Meldungen vom 28.10.2009
- D: Overbeck neuer Bischof von Essen -
- D: Käßmann leitet EKD -
- Papst gegen „Theologie im Sitzen“ -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Antje Dechert
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
AUS DER REDAKTION:
Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter
THEMEN DES TAGES:
Deutschland: Franz-Josef Overbeck ist neuer Bischof von Essen
„Meine Damen und Herren, der neue Ruhrbischof steht vor Ihnen“. Mit einem herzlichen „Glück auf!“ hat Franz-Josef Overbeck sein neues Amt als Bischof des Ruhrbistums Essen angetreten. Benedikt XVI. hat den ehemaligen Weihbischof von Münster an diesem Mittwoch in das Amt berufen. Der 45-jährige Overbeck ist damit jüngster deutscher Diözesanbischof und folgt Bischof Felix Genn im Amt nach, der im März dieses Jahres nach Münster versetzt wurde.
Als Bischof von Essen steht Overbeck an der Spitze des flächenmäßig kleinsten deutschen Bistums, das 1958 aus Teilen der Bistümer Köln, Münster und Paderborn gegründet wurde. Nach Angaben der Diözese leben dort heute rund 918.000 Katholiken. Etwa ein Drittel weniger als bei der Gründung vor 51 Jahren. Er wisse um die Herausforderungen seines neuen Amtes, sagte Overbeck bei einer Pressekonferenz in Münster anlässlich seiner Ernennung:
„Zum einen bin ich als Ruhrbischof Bischof für viele Gläubige, die im Ruhrgebiet und in Teilen des Sauerlands leben. Zum anderen bin ich als Ruhrbischof Bischof für alle Menschen, die in meinem neuen Bistum leben. Auf diese Weise bin ich vor allem auch die bischöfliche Stimme der katholischen Soziallehre in einer Gegend unseres Landes und in Europa, die vor vielen Herausforderungen steht und die auch viele schon bestanden hat.“
In seiner Ansprache erinnerte Overbeck an den heiligen Luidger, den ersten Bischof seines Heimatbistums Münster. Der friesische Wanderprediger Luidger habe als Bischof im neunten Jahrhundert vor einer großen kulturellen und politischen Herausforderungen gestanden: nämlich, Glauben und Kirche als Lebensform in einer noch nicht christlich geprägten Welt herauszuformen.
„Ich stehe als Bischof von Essen, als Ruhrbischof vor ähnlichen Herausforderungen mit allen im Bistum Essen - für das Bistum und mit ihm ähnliche Wege zu gehen, um im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen, aber auch im christlichen, kirchlichen und religiösen Bereich dafür einzustehen, dass alle Menschen, der Glaube und die Kirche zusammengehören. Dafür will ich für alle Katholiken und für alle Menschen als Ruhrbischof Stimme sein.“ (rv)
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Deutschland: Die Braunkohle im Herzen - Neuer Ruhrbischof Overbeck im Interview
„Ich trage die Kohle im Herzen“. So kommentierte der frisch berufene Essener Bischof Franz-Josef Overbeck seinen Amtswechsel von Münster ins Ruhrgebiet. Vor allem wolle er dort aber „Bischof für das Volk Gottes“ sein, sagte Overbeck im Interview mit Radio Vatikan. Das Bistum Essen machte in jüngster Zeit vor allem durch Streichmaßnahmen und Kirchenschließungen von sich reden. Diese Strukturveränderungen seien „als Folge innerer Veränderungen notwendig geworden“, sagte Overbeck. Diese weiter zu verfolgen, gehöre zu seinen Aufgaben. Zugleich wolle er Menschen „mit Freude im Glauben stärken“. Stefan von Kempis hat mit dem neuen Ruhrbischof über seine Erwartungen und Hoffnungen im neuen Amt gesprochen.
Hier können Sie ein Interview mit dem neuen Bischof hören
Deutschland: Käßmann ist neue EKD-Ratsvorsitzende – Zollitsch gratuliert
Erstmals steht eine Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann wurde bei der Synodentagung in Ulm am Mittwoch erwartungsgemäß zur neuen Ratsvorsitzenden der EKD gewählt. Käßmann erhielt 132 von 142 Stimmen. Damit tritt sie die Nachfolge des Berliner Bischofs Wolfgang Huber an, der aus Altergründen nicht mehr kandidierte. Käßmann dankte in einer ersten Reaktion der Synode für ihr großes Vertrauen. Es sei „ein so klares Votum, dass ich mich davon berufen und getragen weiß“, sagte sie und kündigte eine „vernetzte und konstruktive“ Zusammenarbeit mit den Organen und Gremien der EKD an. Sie fügte hinzu: „Ich bin überzeugt, dass die Sehnsucht der Menschen nach Glauben und Sinn bei uns Antworten finden kann.“ Zum stellvertretenden Ratsvorsitzenden wählte die Synode den rheinischen Präses Nikolaus Schneider (62) mit 137 Stimmen. Die Amtszeit des neuen Rates, der sich zuvor konstituiert hatte, beträgt sechs Jahre.
Unmittelbar nach der Wahl zur EKD-Ratsvorsitzenden hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, Bischöfin Käßmann gratuliert. Er freue sich auf das gemeinsame ökumenische Gespräch und ermutigte dazu, das Erreichte im ökumenischen Gespräch weiter zu entwickeln. „Mit Ihnen freue ich mich über das große Vertrauen, das diese Entscheidung der Synode zum Ausdruck bringt“, heißt es wörtlich in der Grußbotschaft. Der Rat könne zuversichtlich sein, dass er unter Käßmanns Leitung „seinen kirchlichen Dienst in den kommenden sechs Jahren in glaubenstreuer, wacher, kluger und kompetenter Weise verrichten wird.“ Christen stünden in einer pluralen Gesellschaft vor vielfältigen Herausforderungen, die beide Kirchen gemeinsam beträfen, betonte der Konferenzvorsitzende weiter. Daher gelte es, an der Zukunft der Ökumene weiterzuarbeiten und sich „die schon erlangten Gemeinsamkeiten“ vor Augen zu führen. Dem neu gewählten Rat der EKD wünschte Zollitsch ebenso wie Käßmann „Gottes Geleit und Schutz“. (pm/kna)
Mehr über Frau Käßmann lesen Sie hier
Deutschland: Ökumenebeauftragter Müller begrüßt Wahl Käßmanns
Der Ökumenebauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gerhard Ludwig Müller, hat die Wahl Margot Käßmanns zur EKD-Ratsvorsitzenden begrüßt. Er schaue bereits auf eine positive Zusammenarbeit im ökumenischen Gespräch mit Käßmann zurück, sagte Müller am Mittwochnachmittag gegenüber Radio Vatikan:
„Frau Käßmann kommt ja aus der innerprotestantischen Ökumene. Natürlich ist es vielleicht jetzt auch eine neue Aufgabe für sie, dass sie als Ratsvorsitzende der EKD auch offiziell noch mehr mit der Katholischen Kirche zu tun hat. Aus ihrer bisherigen Perspektive von Norddeutschland in Hannover stellt sich das vielleicht etwas anders dar, weil die Katholiken dort in der Diaspora sind. Auf Gesamtdeutschland bezogen sieht die Sache wegen der großen Zahl der Katholiken in Süddeutschland doch etwas anders aus. Insofern gehe ich doch davon aus, dass diese gesamtdeutsche Perspektive künftig noch stärker zum Zuge kommt.“
Käßmann sei für das Amt der EKD-Ratsvorsitzenden besonders geeignet, nicht nur aufgrund ihrer Verdienste als Landesbischöfin von Hannover, so Müller. Käßmann käme gut an, „da sie eine geistliche Dimension entfaltet, eine überzeugte Christin ist und das auch gut nach außen vertreten kann.“Auch der Münchner Erzbischof Reinhard Marx gratulierte der Evangelischen Kirche zur Wahl. Margot Käßmann wünsche er gutes Gelingen, und als Gastgeber des Ökumenischen Kirchentages 2010 in München freue er sich „auf ein gutes Miteinander in herzlicher, ökumenischer Verbundenheit“. (rv)
Zum Nachhören
Vatikan/Zypern: Gespräche mit Orthodoxie kommen langsam voran
Die gemischte katholisch-orthodoxe Dialoggkommission, die jüngst auf Zypern tagte, ist einen kleinen Schritt vorangekommen. So resümierte Kardinal Walter Kasper, der vatikanische Ökumene-Verantwortliche, nach seiner Rückkehr aus Paphos die Ergebnisse des einwöchigen Treffens. Die russisch-orthodoxe Kirche war dabei in die Kommission zurückgekehrt, die sie vor zwei Jahren wegen eines innerorthodoxen Streits verlassen hatte. Auf Zypern habe man der vatikanischen Delegation einen herzlichen Empfang bereitet, und auch das Gesprächsklima zwischen den 30 katholischen und orthodoxen Theologen sei sehr gut gewesen, sagte Kasper.
„Dennoch haben wir eine sehr, sehr schwierige Frage debattiert, aber sie steht nun einmal im Mittelpunkt unserer Kontroverse. Das ist eine Sache, die ein emotionales Gewicht seit vielen hundert Jahren hat: Die Rolle des Bischofs von Rom in der universellen Union der Kirche im ersten Jahrtausend.“
Wenn in den vergangenen Jahren darauf das Gespräch kam, ging es oft sehr emotional zu, erinnerte sich Kardinal Kasper. Das sei bei den jüngsten Gesprächen nicht mehr der Fall gewesen.
„Zwar gab es in den vergangenen Wochen Protestkundgebungen besonders in Griechenland, aber auch auf Zypern. Wir haben bei unseren Gesprächen auch nur kleine Schritte vorwärts gemacht. Es war immerhin Konsens, dass es so etwas wie einen Primat gibt und dass es sich auch nicht bloß um einen Ehrenprimat handelt, sondern es gibt eine Wirklichkeit dahinter. Bisher ist es uns aber nicht geglückt, zu definieren, was diese Wirklichkeit im ersten Jahrtausend war. Auch weil das erste Jahrtausend lange dauerte! Da gab es verschiedene Entwicklungen, Zeichen und Zeugnisse. Aber wichtig war, dass die Mitglieder der Dialogkommission und auch die Synoden trotz der Kundgebungen dazu entschlossen sind, den Dialog fortzusetzen.“ (rv)
Mehr zum katholisch-orthodoxen Dialog steht hier
Papst: „Theologie kann weder im Knien noch im Sitzen allein gemacht werden“
„Zwischen Glaube und Vernunft herrscht eine natürliche, in der Schöpfungsordnung begründete Freundschaft.“ Das sagte Papst Benedikt XVI. bei der dieswöchigen Ausgabe der Generalaudienz, bei der er ganz zum Theologie-Professor auf der Kathedra Petri wurde. Benedikt sprach über die zwei großen mittelalterlichen Strömungen bzw. Arten, Theologie zu betreiben. Bei der einen geht es eher ums Hören, bei der anderen eher ums Analysieren. Ersteres wurde in den Klöstern gepflegt, letzteres in den Städten an den Kathedralschulen, „scholae“ genannt. Papst Benedikt:
„Dementsprechend lassen sich zwei verschiedene Modelle des Theologietreibens unterscheiden: die monastische Theologie und die scholastische Theologie. Erstere war vornehmlich eine biblische Theologie, die vom geistlichen Ansatz der lectio divina der Mönche herrührte. Hier schloss das Verlangen nach Gott die Liebe zum Wort, die Durchdringung der Texte der Heiligen Schrift in allen Dimensionen mit ein. Diese monastische Theologie vollzog sich in einer inneren Haltung des Gebets und war ein betendes Hören auf Gottes Wort.“
Die scholastische Theologie dagegen verwendet eine andere Methode, nämlich die der Frage, auf Latein: „quaestio“, führte der Papst aus.... (rv)
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Jetzt veröffentlicht: Das Papstprogramm der nächsten Monate
Benedikt XVI. leitet auch dieses Jahr im gewohnten Umfang die Advents- und Weihnachtsfeierlichkeiten in Rom. Das geht aus seinem liturgischen Programm der nächsten drei Monate hervor; es wurde am Mittwoch im Vatikan veröffentlicht. Für den November sieht es zwei große Papst-Feiern vor: eine Messe für verstorbene Bischöfe am 5. sowie eine Vesper zum Ersten Advent am 28. November. Am 8. Dezember wird Benedikt wie gewohnt an der Mariensäule im römischen Stadtzentrum beten. Am 24. Dezember feiert er in St. Peter die Christmette, am Tag danach erteilt er mittags seinen Urbi-et-Orbi-Segen. Das Jahr endet am Silvestertag mit einem Te Deum im Petersdom. Am 1. Januar feiert der Papst dann die Messe zum Weltfriedenstag sowie am 6. Januar die Messe zum Fest Erscheinung des Herrn. Weitere Januartermine sind Taufen in der Sixtinischen Kapelle am 10. sowie eine Vesper in Sankt Paul vor den Mauern am 25. Januar. (rv)
Das komplette Papst-Programm der nächsten Monate finden Sie hier
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Kurienkardinal Walter Kasper hat die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ als einen Höhepunkt der Ökumene gewürdigt. „Seitdem ist das Verhältnis zwischen Lutheranern und Katholiken bedeutend anders“, sagte Kasper im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Rom zum zehnten Jahrestag der Unterzeichnung der Erklärung am 31. Oktober. Zugleich zog der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen eine positive Bilanz der Ökumene in den vergangenen Jahrzehnten: „Ich hätte nie gedacht, dass wir in diesen mehr als 40 Jahren so viel erreichen könnten“, so Kasper wörtlich. Auch in der Ekklesiologie, der Ämterfrage und der Sakramentenlehre sei man entscheidende Schritte weitergekommen. Der Kardinal räumte ein, dass die Anfangseuphorie in der Ökumene vorbei sei. „Von Midlife-Crisis würde ich nicht sprechen – aber was verloren gegangen ist, ist der Enthusiasmus des Anfangs“, sagte Kasper. Insgesamt sei die Ökumene reifer geworden. Dies heiße auch, „dass wir mit mehr Realitätssinn an die Probleme herangehen.“ - Hochrangige Kirchenvertreter werden am Freitag zu einer zweitägigen Gedenkveranstaltung in Augsburg zusammenkommen. Katholiken, Lutheraner und Methodisten wollen an den zehnten Jahrestag der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ erinnern. Die am 31. Oktober 1999 in der Fuggerstadt unterzeichnete Erklärung brachte einen „Konsens in Grundfragen“ der in der Reformation aufgeworfenen theologischen Debatte über die Erlösung des Menschen durch Gott. Sie gilt als Meilenstein im ökumenischen Dialog. (kna)
Benedikt XVI. wird vielleicht im kommenden Mai nach Sizilien reisen. Über eine solche Visite spekuliert jedenfalls die Tageszeitung „La Repubblica“. Nach ihren Angaben, die aus dem Vatikan noch nicht kommentiert werden, plane Benedikt einen zweitägigen Besuch in Palermo und Monreale. Für den Mai 2010 ist schon eine Papstreise nach Turin geplant, wo das so genannte „Grabtuch Jesu“ öffentlich ausgestellt wird. Immer wieder im Gespräch ist auch eine mögliche Portugalreise des Papstes im nächsten Mai. (repubblica)
Europa
Europäische Union
Die EU-Außenminister werden sich bei einer ihrer kommenden Zusammenkünfte dem Thema der Verfolgen von Christen und anderen religiösen Minderheiten widmen. Das teilte der EU-Ministerrat jetzt mit. Auf italienischen Wunsch sei das Thema am Dienstag bei der Tagung der Außenminister in Luxemburg zur Sprache gekommen. Nach Angaben von EU-Diplomaten erwähnte Italiens Außenminister Franco Frattini u.a. die jüngsten Ausschreitungen gegen Christen im Sudan. – Frattini war in der vergangenen Woche in Rom mit Teilnehmern der Afrika-Synode zusammengetroffen. Dabei hatte er zugesagt, sich bei der EU für eine klare und deutliche Parteinahme Europas für die Religionsfreiheit einzusetzen. (kap)
Das nächste Jahr ist für die Europäische Union ein „Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung“. Die entsprechenden Programme und Projekte wurden jetzt in Brüssel vorgestellt. Es müsse verhindert werden, dass die Schwächsten in den Gesellschaften Europas am meisten unter der Wirtschafts- und Finanzkrise litten. Darum gelte es, vor allem Kindern in zahlreichen Familien oder mit nur einem Elternteil zu helfen. (sir)
Deutschland
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gratuliert Angela Merkel zu ihrer Wiederwahl als Bundeskanzlerin. Die CDU-Politikerin erhielt an diesem Mittwoch im Bundestag 323 Stimmen – und damit neun weniger als die neue Koalition aus Union und FDP Abgeordnete hat. Zollitsch wünschte der bekennenden Protestantin für die neue Legislaturperiode vor allem Gottes Segen. Er selbst habe Merkels Regierungsarbeit „stets geschätzt“ und aus persönlichen Gesprächen „Anregungen und Anliegen mitgenommen“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz in seinem Glückwunschschreiben. Von der neuen Regierung wünsche er sich „Impulse für den inneren Zusammenhalt unserer Gesellschaft, soziale Ausgewogenheit und Initiativen zur Sicherung der Zukunft unseres Landes“, schreibt Zollitsch weiter. Die katholischen Bischöfe stünden weiterhin als Gesprächspartner zur Verfügung. (pm)
Die Salvatorianer schließen ihre beiden deutschen Provinzen zusammen. Neuer Provinzial der fusionierten deutschen Provinz wird Pater Leonhard Berchtold mit Sitz in München. Berchtold stammt aus der Diözese Augsburg und gehört dem Orden bereits seit 45 Jahren an. Die Gemeinschaft zählt knapp 80 Mitglieder, die deutschlandweit auf zwölf Standorte verteilt leben und arbeiten. Sie sind als Seelsorger in Pfarrgemeinden, Krankenhäusern und Gefängnissen tätig, betreuen Wallfahrer und unterhalten Begegnungszentren. Der Zusammenschluss sei wegen des dramatischen Rückgangs der Mitgliederzahlen nötig geworden, erklärte Pater Berchtold am Mittwoch. Die deutsche Provinz des 1881 von Pater Franciscus Jordan in Rom gegründeten Ordens war erst 1930 in eine Nord- und eine Südhälfte geteilt worden. Die Wiedervereinigung wird am 8. Dezember durch den Generaloberen Pater Andreas Urbanski in München besiegelt. Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx wird den Festgottesdienst leiten. (kap)
Frankreich
Die Verurteilung von Scientology wegen Betrugs hat in Frankreich Zustimmung und Kritik ausgelöst. Der Präsident der Regierungskommission gegen Sekten, Georges Fenech, sprach in einem Interview der Gratiszeitung „Metro“ am Mittwoch von einem historischen Sieg. Streit gab es über die Frage, ob bei einer anderen Rechtslage eine Auflösung der Organisation möglich gewesen wäre. Ein Pariser Gericht hatte am Dienstag Bewährungs- und Geldstrafen verhängt. Die höchste Strafe erhielt Scientology-Führungsmitglied Alain Rosenberg; er wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 30.000 Euro Geldbuße verurteilt. Drei weitere Mitglieder erhielten bis zu 18 Monaten auf Bewährung und Geldbußen bis zu 20.000 Euro. Zwei Scientology-Unterorganisationen, das „Celebrity Center“ und die Buchhandlung, wurden zu 400.000 Euro und 200.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Die Möglichkeit, Organisationen wegen Betrugs aufzulösen, war wenige Wochen vor Prozessauftakt im Mai versehentlich aus dem Strafgesetzbuch gestrichen worden. Scientology-Gegner äußerten den Verdacht der Manipulation. Mitte September wurde die Möglichkeit zur Auflösung durch eine erneute Gesetzesänderung wieder in das Strafgesetzbuch aufgenommen. Für das Scientology-Verfahren kam das aber zu spät. (kna)
Italien
Kein EU-Land verzeichnet (in absoluten Zahlen) einen so starken Zustrom von Migranten wie Italien. Das geht aus dem neuen Migrationsbericht hervor, den die Caritas und die Stiftung „Migrantes“ am Mittwoch in Rom vorgestellt haben. Mehr als die Hälfte aller Ausländer in Italien kommen aus fünf Ländern: Rumänien, Albanien, Marokko, China und Ukraine. Auch 2008 kam es zu vielen Fällen von Rassismus und Diskriminierung; in vier von zehn Fällen waren die Opfer afrikanischer Herkunft. Der Caritas-Bericht spricht für das letzte Jahr von fast 37.000 Bootsflüchtlingen, die in Italien gelandet seien. Ausländer stellen im Land fast ein Zehntel der Beschäftigten; sie tragen fast zehn Prozent zum Brutto-Inlandsprodukt bei. (rv)
Philippinen
Bei ihrer Suche nach einem verschleppten irischen Missionar geht die Armee der Philippinen eine ungewöhnliche Allianz mit Rebellen ein. Sie bestätigte jetzt, dass sie bei ihren Operationen auf der Insel Mindanao mit der dortigen „Islamischen Befreiungsfront“ zusammenarbeiten will. Ziel ist es, den fast 80-jährigen Comboni-Pater Michael Sinnott lebend aus der Hand seiner Geiselnehmer zu befreien. Sinnott, der am 11. Oktober entführt wurde, ist herzkrank und braucht dringend Medikamente. (asianews)
China
Die Regierung in Peking hat eine Impfkampagne für muslimische Gläubige gestartet, die nach Mekka pilgern wollen. Insgesamt sollen 12.000 Gläubige gegen die so genannte Schweinegrippe geimpft werden. Im Hinblick auf die H1N1-Pandemie hat auch das saudi-arabische Gesundheitsministerium eine Impfung vorgeschrieben. Wer an den diesjährigen Hadsch teilnehmen möchte, muss vorweisen können, dass er vor der Einreise gegen die Schweinegrippe geimpft sei. – Jährlich versammeln sich zur Hadsch, der großen, islamischen Pilgerfahrt, zwei bis drei Millionen Gläubige aus aller Herren Länder an den heiligen Stätten in Mekka. Der Hadsch findet jedes Jahr in den ersten beiden Wochen des islamischen Monats „Dhu al Hijja“ statt und beginnt in diesem Jahr am 18. November. (asianews)
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