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Meldungen vom 29.10.2009 - Papst mahnt Iran zu internationaler Zusammenarbeit - Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis Redaktion: Gudrun Sailer Redaktionsschluss 16.00 Uhr Die folgenden Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr. AUS DER REDAKTION: Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters, THEMEN DES TAGES:Vatikan/Iran: Papst mahnt Iran zu internationaler Zusammenarbeit Der Heilige Stuhl unterhält diplomatische Beziehungen mit 176 Staaten, darunter seit mehr als 50 Jahren auch mit dem Iran. Das Interesse an diesen diplomatischen Beziehungen liegt auf vatikanischer Seite allgemein an der Förderung der Menschenwürde, erklärte Papst Benedikt dem neuen Botschafter, der zuvor unter anderem als Abgeordneter und als Freitagsprediger in seinem Land tätig war. „Der Iran ist eine große Nation mit wichtigen spirituellen Traditionen und einem Volk von tiefer religiöser Sensibilität. Das kann ein Grund zur Hoffnung für eine wachsende Öffnung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft sein. Der Heilige Stuhl wird seinerseits immer dazu bereit sein, in Harmonie mit denjenigen zu arbeiten, die der Sache des Friedens dienen und die Würde fördern, die der Schöpfer jedem menschlichen Wesen gegeben hat. Heute müssen wir alle eine neue Phase der internationalen Zusammenarbeit erhoffen und unterstützen, die stärker auf humanitäre Prinzipien und auf die effektive Hilfe der Leidenden abzielt und weniger abhängig ist von kalten Berechnungen und technischen oder wirtschaftlichen Vorteilen.“ Bei seiner diplomatischen Arbeit habe der Heilige Stuhl immer ganz besonders „ethische, moralische und humanitäre“ Aspekte der Beziehungen zwischen den Völkern im Blick, sagte der Papst. So wünsche sich der Heilige Stuhl auch eine Konsolidierung seiner Beziehungen mit dem Iran, um das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit fürs Gemeinwohl zu begünstigen. Sorge ließ Benedikt XVI. über die Lage der katholischen Minderheit im Iran anklingen. „Ich wünsche, dass sich ein vertrauensvoller und aufrichtiger Dialog mit den Institutionen des Landes entwickelt. Er soll die Lage der christlichen Gemeinschaften verbessern und ihre Aktivität im Kontext der Zivilgesellschaft fördern, auch um ihren Sinn für die Zugehörigkeit zum Leben des Landes wachsen zu lassen.“ Mit sehr viel deutlicheren politischen Aussagen versetzte der neue iranische Vatikan-Botschafter seine lange Rede an den Papst, die er mit einem Koranzitat begann. Unter anderem äußerte er sich zur aktuellen Nukleardebatte. Vatikan/Schweiz: Vatikanzeitung kritisiert Hans Küng Küng hatte in der römischen Zeitung „La Repubblica“ (Mittwoch) die Errichtung einer neuen katholischen Kirchenstruktur für ehemalige Anglikaner als „unökumenische Piraterie“ bezeichnet. „Es lohnt nicht, die Fehler und die Ungenauigkeiten dieses jüngsten Textes von Küng hervorzuheben“, heißt es in dem Kommentar von Chefredakteur Giovanni Maria Vian. Er ignoriere absichtlich Fakten; der Ton grenze mitunter an Komik und gereiche der Lebensgeschichte Küngs einmal mehr nicht zur Ehre. Schließlich verhöhne der Autor auch noch den anglikanischen Primas, der mit dem katholischen Erzbischof von Westminister eine gemeinsame Erklärung zu dem Vorgang abgegeben hatte. Küng hatte in seinem Artikel wörtliche geschrieben: „Dieser Papst fischt in rechten Gewässern“. Benedikt XVI. wolle die schrumpfende Schar der römischen Katholiken mit anglikanischen Sympathisanten auffüllen. Dazu mache er es deren Geistlichen sehr leicht, indem er ihnen die Beibehaltung ihres Ehe-Status erlaube. Die neue römische Maßnahme sei nichts anderes als ein „drastischer Kurswechsel“ in der Ökumene, so der Tübinger Theologe, dem der Vatikan 1979 wegen theologischer Differenzen die kirchliche Lehrerlaubnis entzog. Um Küngs Artikel zu bewerten, brauche man nicht zu derart überzogenen Worten zu greifen, kontert nun die Vatikanzeitung – „auch wenn viel Bitterkeit angesichts dieses erneuten grundlosen Angriffs gegen die Kirche von Rom und ihr unbestreitbares ökumenisches Engagement bleibt“. (kna) Europäische Union: Caritas, „Malta ist nicht das Land mit den meisten Asylsuchenden“ „Es besteht eine europäische Vereinbarung, die Dublin-Vereinbarung, die besagt, dass eine Person, die in Europa Asyl beantragt, das in jenem EU-Land tun muss, in dem sie zuerst ankommt. Das betrifft also besonders Italien und Malta. Vor Jahren haben wir schon gesagt, dass man diese Dublin-Vereinbarung besser abschaffen sollte, sodass Asylsuchende in jenem Land einen Antrag stellen können, wo sie es wünschen; und sobald ihnen der Status als Flüchtling zuerkannt wird, sollten sie sich in der EU frei bewegen können. Das würde das Problem lösen, einige wenige Länder zu belasten. Es gibt eine internationale Verpflichtung, Asyl zu garantieren oder den Leuten zumindest Zugang zu einem Asylverfahren zu gewähren. Malta kann dieses Recht nicht einfach übergehen und zur Begründung sagen, es sei überlaufen. Überdies ist Malta nicht das Land mit der höchsten Zahl von Asylbewerbern – das ist nämlich Zypern.“ (rv) Pakistan: Minderheitenminister beklagt fehlende Demokratie „Wir rufen daher Menschen aller Glaubensrichtungen und die religiösen Führer in Pakistan dazu auf, Toleranz und Verständigung in der Gesellschaft zu fördern. Frieden, Gleichberechtigung und Menschlichkeit muss unsere Botschaft heißen. So müssen wir uns den Kräften entgegenstellen, die versuchen, die Bürger dieses Landes im Namen der Religion zu entzweien.“ Angehörige religiöser Minderheiten dürften im mehrheitlich muslimischen Pakistan nicht länger als „Bürger zweiter Klasse“ behandelt werden, forderte Bhatti, der selbst Katholik ist. Das sei mit dem Gleichheitsprinzip der pakistanischen Verfassung nicht vereinbar. Paragraphen wie das umstrittene Blasphemiegesetz gelte es zu revidieren, da sie zu Missbrauch und Diskriminierung führten. Auch wolle er sich für die Einführung eines alternativen Religionsunterrichtes an Schulen einsetzen: „Der Islamunterricht ist bisher noch Pflichtfach an Schulen. Allerdings hat mein Ministerium kürzlich eine Empfehlung an das Erziehungsministerium weitergeleitet. Diese schlägt vor, dass erstens eine vergleichende Religionskunde in den Unterricht integriert wird und zweitens für nicht-muslimischen Schüler die Möglichkeit besteht, in ihrer eigenen Religion unterrichtet zu werden. So kann schon an den Schulen ein harmonisches Miteinander der Religionen wachsen.“ Unterdessen mehrt sich in Pakistan der öffentliche Druck zur Abschaffung des umstrittenen Blasphemiegesetzes. In Islamabad und Karachi demonstrierten am vergangenen Wochenende erneut interreligiöse Verbände und Menschenrechtsorganisationen für die Nivellierung des Gesetzes. Es sei ein Relikt aus der Zeit der Militärdiktatur von General Mohammed Zia-ul-Haq und verfassungswidrig, so der Vorwurf der Menschenrechtler. – Das so genannte Blasphemiegesetz sieht schwere Strafen für die Beleidigung des Korans oder des islamischen Propheten Mohammed vor. Es wurde 1986 unter im Militärregime General Mohammed Zia ul-Haq eingeführt, indem er die Scharia zur Rechtsgrundlage machte. (rv) DIE KOLUMNE:Botschafter Horstmann: „Verantwortung für unsere Erde“ DIE NACHRICHTEN:VatikanDer Vatikan plant ein neues Grundsatzpapier für den Medienbereich. Die Pastoralinstruktion soll die Haltung der Kirche zur „neuen digitalen Kultur“ darlegen. Bei seiner jüngsten Vollversammlung diskutierte der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, kurz Medienrat, eine erste Vorlage des Textes. Die neuen Technologien ermöglichten eine rasche Kommunikation, mehr Austausch und das Studieren von allgemein zugänglichen Nachrichten, würdigte Papst Benedikt die neuen Medien. Bei einer Audienz an diesem Donnerstag für die Angehörigen des Rates lud er dazu ein, die Herausforderung anzunehmen, die diese neuen Technologien für die Evangelisierung stellten. - Das in Vorbereitung befindliche Dokument über die neuen Medien soll eine Aktualisierung der letzten Medien-Instruktion Aetatis novae bieten. Dieses stammt aus dem Jahr 1992 und damit aus einer Zeit, als das Internet noch nicht existierte. „In den vergangenen Jahren haben die Medien nicht nur ihre Erscheinungsweise, sondern in einigen Fällen auch ihren Charakter verändert“, erklärte Erzbischof Claudio Celli, der Präsident des Medienrates. (zenit) Vatikan/Deutschland AfrikaDemokratische Republik Kongo AsienPhilippinen AmerikaBrasilien Kolumbien Haiti El Salvador Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören
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