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Meldungen vom 30.10.2009

- D: 10 Jahre Ökumene-Durchbruch -
- Vatikan: „Emigration ist Menschenrecht“ -
- Papst dankt für Klarheit im Fall Galilei -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Bernhard Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

AUS DER REDAKTION:

Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter


THEMEN DES TAGES:

Deutschland: 10 Jahre Ökumene-Durchbruch: Die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung“
Festliche Stimmung in Augsburg: An diesem Freitag und Samstag feiern katholische Kirche und Lutherischer Weltbund die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die vor zehn Jahren – am 31. Oktober 1999 - in der Fuggerstadt unterzeichnet wurde. Mit diesem Papier erzielten Katholiken, Lutheraner und Methodisten einen Konsens in der theologischen Frage über die Erlösung des Menschen durch Gott; die diesbezügliche Debatte hatte seit der Reformationszeit bestanden. Bischof Johannes Friedrich von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) wirkte vor zehn Jahren am Zustandekommen der Erklärung mit. Für ihn ist das Papier „das wichtigste kirchengeschichtliche Dokument der letzten Jahrzehnte und das bedeutendste Dokument in der ökumenischen Verständigung mit der römisch-katholischen Schwesterkirche.“

„Denn in diesem Dokument geht es um den Glaubensartikel von der Rechtfertigungslehre, von dem Martin Luther gesagt hat: Mit ihm steht und fällt unser Glaube. Nun haben sich Lutheraner und Katholiken weitgehend darauf geeinigt, was man gemeinsam interpretieren kann, und damit sind die wesentlichen Unterschiede eigentlich entfallen. Das halte ich für einen riesengroßen Fortschritt.“

Allerdings liegen weiterhin einige Stolpersteine auf dem ökumenischen Weg, sagt uns Bischof Friedrich.

„Wir haben lehrmäßige Differenzen insbesondere in der Frage des Bischofsamtes – und diese Differenzen werden wohl auch nicht so schnell zu überwinden sein. Aber ich denke, wir können auch zehn Jahre danach beobachten, dass an vielen Stellen der Dialog weiter vorangegangen ist. Ich denke dabei an die Basis und die Gemeinden: Dort findet immer mehr eine gemeinsame Arbeit statt. In den gemeinsamen Stellungnahmen der Bischöfe finden sich des weiteren zu gesellschaftspolitischen Fragen viele Übereinstimmungen. Schließlich hat die schnelle Überwindung des jüngsten Konflikts zwischen der evangelischen Kirche und den katholischen Bischöfe gezeigt, wie groß das Vertrauen auf kirchenleitender Ebene ist.“

Auch die katholische Seite weist auf Schwierigkeiten hin. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, macht besonders Differenzen im Kirchenverständnis, im Amtsverständnis und im Verständnis der Sakramente geltend. Dennoch glaubt auch Zollitsch im Interview mit uns, dass die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre ein Meilenstein der Kirchengeschichte ist.

„Seit dieser Zeit ist das Gespräch mit den evangelischen und methodistischen Kirchen doch um vieles einfacher und selbstverständlicher geworden. Manchmal entdecke ich bei großen ökumenischen Versammlungen, dass Lutheraner und Methodisten sehr stark auf uns Katholiken zukommen, weil sie spüren, dass wir uns in vielem näher sind als mit anderen Konfessionen.“

Ein ökumenischer Gottesdienst im Dom beendet am Samstag die Zehn-Jahres-Feierlichkeiten. Aus Rom ist der päpstliche Ökumene-Verantwortliche Kardinal Walter Kasper nach Augsburg gereist. (rv)
Meilenstein oder Stolperstein? Hier finden Sie mehr zur Rechtfertigungs-Erklärung – in Schrift und Ton

Zollitsch: „Frau Käßmann ist keine Päpstin“
Erzbischof Robert Zollitsch freut sich auf die ökumenische Zusammenarbeit mit der Bischöfin Margot Käßmann. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag im Gespräch mit Radio Vatikan. Käßmann ist am Mittwoch zur Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, kurz EKD, gewählt worden. Zollitsch ging darauf ein, dass manche italienische Zeitungen Frau Käßmann als „papessa Margot“ vorgestellt haben: die „Päpstin Margot“.

„Nun, Frau Käßmann ist keine „Päpstin“, das wissen wir – sie ist Vorsitzende des Rates der EKD und hat insofern dort eine Sprecherfunktion, eine vermittelnde Funktion! Ich bin Frau Käßmann intensiv begegnet auf dem Katholikentag in Osnabrück – das saßen wir nicht nur nebeneinander, sondern haben auch miteinander gesprochen... Ich bin ihr auch begegnet auf dem Kirchentag in Bremen und habe von daher ein unkompliziertes Verhältnis zu ihr. Ich glaube auch, dass das helfen wird, die Dinge im Gespräch miteinander zu entwickeln. Ich bin jetzt mal gespannt, was ihre ersten Aktionen und Aussagen in nächster Zeit sein werden!“

Käßmanns Vorgänger an der EKD-Spitze, der lutherische Bischof Wolfgang Huber, hatte in den letzten Jahren durch eine Schärfung des Profils der evangelischen Kirche von sich reden gemacht. Frau Käßmann meinte unmittelbar nach ihrer Wahl, sie könne verstehen, dass Katholiken damit manchmal ihre Schwierigkeiten gehabt hätten. Zollitsch:

„Sie hat sich bis jetzt immer mit Blick auf die Ökumene sehr offen gezeigt und ist auch interessiert daran, dass wir in Deutschland zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche das Gemeinsame stärker sehen, vor allem mit Blick auf die Wirkung in die Öffentlichkeit hinein. Da wird spätestens der Ökumenische Kirchentag nächstes Jahr in München eine große Chance sein, die wir gemeinsam nutzen sollten.“ (rv)
Zum Nachhören

Käßmann: „Habe keine Bedenken“
Sie hat keine Bedenken, was die Zusammenarbeit mit den katholischen Bischöfen betrifft: Das sagt Bischöfin Käßmann in ihrem ersten Interview mit uns nach ihrer Wahl an die EKD-Spitze.

„Drei Themen sind im Moment wichtig. Ich möchte den Reformprozess in Deutschland weiterführen, der in der Zeit von Wolfgang Huber begonnen wurde. Mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 möchte ich unsere evangelische Kirche ermutigen, auch in einer schwierigen Zeit fröhlich und selbstbewusst Kirche zu sein. Auch dort, wo die Gemeinden kleiner werden, können wir doch unser kirchliches Leben als Christen zeigen. Dann gibt es große soziale Fragen wie Kinderarmut in Deutschland und Bildungschancen für Kinder – dabei wird sich unsere Kirche weiterhin stark engagieren. Ein weiterer Aspekt ist die Ökumene. Ich möchte sehr gerne deutlich machen, dass wir als christliche Kirchen wesentlich mehr gemeinsam haben, als uns trennt.“

Wie sehen Sie die künftige Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche und mit der Deutschen Bischofskonferenz?

„Ich habe keine Bedenken. Manche Leute dachten, es könnte Schwierigkeiten geben, weil ich eine Frau bin. Ich bin aber nun schon mehr als zehn Jahren Bischöfin der größten lutherischen Kirche in Deutschland und habe guten Kontakt mit den katholischen Bischöfen in Niedersachsen. Seit sechs Jahren bin ich im Kontaktgesprächskreis zwischen evangelischer und katholischer Kirche. Es gibt bestimmt genügend Vertrauen. Wir sind verschieden, und unser Amtsverständnis ist verschieden, aber ein vertrauensvolles Miteinander gibt es trotzdem.“ (rv)
Hier lesen Sie weiter
Hier können Sie das Interview mit Bischöfin Käßmann hören

Deutschland: Neues Thesenpapier zur Ökumene veröffentlicht
Es ist kein Thesenanschlag, aber es geht in die Richtung: Zum Reformationstag hat der Magdeburger Bischof Gerhard Feige an diesem Freitag „Einige neue katholische Thesen zur Ökumene“ veröffentlicht. Mit dem Zehn-Punkte-Papier will Feige, der auch Mitglied der Ökumenekommission der deutschen Bischöfe ist, beiden Kirchen zu Beginn der Reformationsdekade Anstöße auf dem weiteren Weg zur Einheit geben.

Wie viel Verschiedenheit ist in der Ökumene möglich, wie viel Einheit ist nötig? Auf diese Fragen antworten Katholiken und Protestanten immer noch zu unterschiedlich, resümiert Feige. „Momentan haben wir keine gemeinsame Vision einer anzustrebenden Kircheneinheit“, schreibt der Magdeburger Oberhirte. So habe sich die katholische Kirche auf der einen Seite schon lange von einer „Rückkehrökumene“ verabschiedet und strebe eine sichtbare Einheit an, meint Feige. Voraussetzung sei freilich die Klärung von klassischen Kontroversthemen, wie das Kirchen- und Amtsverständnis. Dagegen propagiere die evangelische Kirche auf der anderen Seite immer stärker „eine wechselseitige Anerkennung bei bleibenden Differenzen“. Während die Verschiedenheit neuerdings als Ideal gepriesen werde, erscheine die Einheit fast schon als „Schreckgespenst“ und stehe unter dem Generalverdacht von Uniformierung, Zentralismus und Entmündigung. (rv/pm)
Hier lesen Sie weiter
… und hier finden Sie Bischof Feiges Thesen im vollen Wortlaut

Vatikan: „Emigration ist ein Menschenrecht!“
Der Sekretär des Päpstlichen Migrantenrates, Erzbischof Agostino Marchetto, warnt eindringlich vor „Panikmache wegen einer angeblichen Invasion von Einwanderern“ in Europa, vor allem in Italien, Spanien und Griechenland. Das sagte er am Donnerstag Abend auf einem Kongress zum Thema „Mare nostrum – das Mittelmeer“ der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Päpstlichen Universität Gregoriana. Es sei fatal, Migration „stark mit Terrorismus zu assoziieren“. „Nach dem gängigen Klischee“ werde doch „ein Moslem, ein Farbiger oder ein Schwarzer“ in der EU als „potentielle Gefahr für die europäische Sicherheit“ angesehen, so der Kurien-Erzbischof. Es sei „tragisch“, dass Tausende von Bootsflüchtlingen bei der Überfahrt „zum erträumten Europa“ ums Leben kämen. Marchetto erinnerte die Europäer an ihre Standards:

„Niemand darf an einen Staat ausgewiesen oder ausgeliefert werden, wo die ernsthafte Gefahr besteht, dass die Person dort zum Tod verurteilt, gefoltert oder anderen Formen degradierender, unmenschlicher Behandlung unterzogen wird. Aber die italienische Regierung hat 2003 dafür gesorgt, dass Flüchtlinge aus Sri Lanka, die nach Italien wollten, in ihr Land zurückgebracht wurden... Und im September dieses Jahres hat „Human Rights Watch“ darauf aufmerksam gemacht, dass die italienische Küstenwache Migranten und Asylbewerber aus Afrika im Mittelmeer gewaltsam nach Libyen zurückschickt, wie das ein bilateraler Vertrag mit der dortigen Regierung vorsieht – ohne die Möglichkeit zu prüfen, ob es unter ihnen Flüchtlinge oder in irgendeiner Hinsicht verwundbare Personen gibt. In Libyen allerdings gibt es Lager, in denen die Bedingungen von akzeptabel bis zu unmenschlich und entwürdigend schwanken!“

Marchetto fand auch harte Worte für eine ähnliche Abmachung zwischen Spanien und Marokko – auch in diesem Fall komme es zu keiner wirklichen Prüfung, ob unter den Zurückgeschickten nicht legitime Asylbewerber seien. Und er kritisierte die Praxis, dass auf europäisches Betreiben immer mehr Bootsflüchtlinge schon, bevor sie in Afrika in See stechen, kontrolliert werden.

„Man muss darauf hinweisen, dass es die europäischen Behörden damit oft Tausenden von Menschen unmöglich machen, die Nordküste des Mittelmeers zu erreichen oder auch nur ihr Ursprungs- bzw. Transitland zu verlassen. Das ist schwerwiegend, denn das Recht auf Emigration ist sogar in der UNO-Menschenrechtserklärung von 1948 aufgeführt! ... Das Paradox ist, dass viele europäische Länder Personen, die nicht übers Meer kommen, als Flüchtlinge anerkennen – aber Menschen aus denselben Ländern werden auf dem Mittelmeer abgefangen und wieder nach Afrika geschickt! Ich verurteile alle, die sich nicht an das Prinzip des Nicht-Zurückschickens (non-refoulement) halten – es ist eine Grundlage in der Behandlung von Menschen, die vor Verfolgung flüchten. Und ich frage mich: Wenn man in Friedenszeiten nicht imstande ist, dieses grundlegende Prinzip des humanitären Menschenrechts zu respektieren, wie will man denn dann seine Beachtung in Kriegszeiten durchsetzen? Und wie will man dann den Schutz von Zivilisten in kriegerischen Konflikten durchsetzen? Er wird auf diese Weise an der gemeinsamen humanitären Wurzel geschwächt!“ (rv)
Zum Nachhören

Vatikan: Papst bedankt sich für die Aufarbeitung des Falles Galilei
Papst Benedikt XVI. hat sich bei der internationalen Forschergemeinde für die Aufarbeitung des Falls Galileo Galilei bedankt. Der Papst empfing an diesem Freitag bei einer Privataudienz eine Gruppe von Wissenschaftlern, die in Rom an einem Kongress der vatikanischen Sternwarte zum Internationalen Jahr der Astronomie teilnehmen:

„Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bedanken; nicht nur für die sorgfältigen Studien, die die historischen Umstände der Verurteilung Galileis geklärt haben, sondern auch für die Bemühungen all derjenigen, die sich diesem Dialog und der Reflexion des Verhältnisses von Glaube und Vernunft gewidmet haben und damit dem Dienst an einem vollständigen Verstehen des Menschen und seiner Rolle im Universum.“

Benedikt beließ es aber nicht nur bei einem Dank, er zog auch eine inhaltliche Linie von den Forschern der Zeit Galileis zu den Herausforderungen, vor denen die Wissenschaft heute steht:

„Unser eigenes Zeitalter, in dem uns vielleicht noch viel größere und bedeutsamere Entdeckungen bevorstehen, würde sehr profitieren von diesem Sinn für das Staunen und von dem Anspruch, eine wirklich humane Synthese von Wissen zu schaffen, die die Väter der modernen Wissenschaft angetrieben haben.“ (rv)


AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Nach der Afrikasynode: „Jetzt sind wir dran!“
Vom 4. bis zum 25. Oktober haben im Vatikan rund 400 Bischöfe, Ordensleute und Laien über „Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“ diskutiert. An die 20 Journalistinnen und Journalisten verfolgten für Radio Vatikan die Synode; besonders intensiv natürlich die Sprachprogramme für den afrikanischen Kontinent. Was bleibt von dieser Synode für Afrika selbst, was muss umgesetzt werden, was bringt sie für die Zukunft? Birgit Pottler hat darüber mit zwei unserer afrikanischen Kollegen gesprochen: Maria Dulce Araujo von Kap Verde und Festus Tarawalie aus Sierra Leone. (rv)
Hier lesen und hören Sie das Gespräch zur Synode

Halloween – Ein heiliger Tag?
Am 31. Oktober ist Halloween – d ie Nacht der Geister, Hexen und Feen. Tausende Amerikaner hüllen sich in gruselige Skelettkostüme, lassen ihre Kürbisse leuchten und freuen sich auf den nächtlichen Spuk. Für viele Menschen ist das Fest im wahrsten Sinne des Wortes ein Heidenspaß. Der ursprünglich irische Brauch am Vorabend von Allerheiligen hat sich in Amerika verbreitet und treibt besonders dort sein Unwesen. Mittlerweile sorgt Halloween aber auch in vielen deutschsprachigen Ländern für Angst. Ein Beitrag von Iulia Stegmüller.
Wenn Sie hier klicken, wird`s gruselig


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Ungarn
Der Hass auf Gott, auf Jesus und auf die Kirche habe den ungarischen Bischof Zoltan Lajos Meszlenyi getötet. Das sagte an diesem Freitag der Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungen, Kardinal Angelo Amato, in einem Interview mit Radio Vatikan. Der Märtyrerbischof war 1950, direkt nach seiner Ernennung zum Erzbischof von Esztergom, von den kommunistischen Machthabern festgenommen worden. Er war nach acht Monaten in Isolation und unter Folter gestorben. Bischof Meszlenyi sei heute ein Zeichen, dass die Antwort des Christen auf Gewalt Liebe sei und nicht Hass, Vergebung und nicht Rache, so Amato. An diesem Samstag wird Meszlenyi in Ungarn selig gesprochen. (rv)

Afrika

Simbabwe
Christen in dem südafrikanischen Staat fürchten sich vor einem möglichen Blutbad. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Fides“ unter Berufung auf Stimmen aus dem Kirchenrat von Simbabwe. Nach dem Beziehungsbruch zwischen Premierminister Morgan Tsvangirai und dem Präsidenten Robert Mugabe gebe es allen Grund zu großer Sorge. Die Regierungskrise könne zu Gewalt führen. (fides)

Südafrika
Die Kirche soll sich für mehr Moral einsetzen. Das fordert der südafrikanische Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi. Bei einem Nationalen Kirchenrat in Gauteng präsentierte der Minister alarmierende Daten zur Verbreitung von Aids. In einigen Regionen seien 45 Prozent der Neugeborenen bereits mit Aids infiziert, und die Säuglingssterblichkeit steigt kontinuierlich, so Motsoaledi in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur fides. Die Kirche solle ihre Anstrengungen für eine gesunde Gesellschaft verstärken. Politik und Kirche müssten dabei zusammenarbeiten. Bei dem Treffen war auch der Kommissar der örtlichen Polizei, Bheki Cele, anwesend. Er forderte die Kirchenführer dazu auf, sich auch weiterhin gegen Gewalt in Südafrika einzusetzen. (fides)

Asien

China
Das Reich der Mitte hat heute nicht nur politische und wirtschaftliche Ausstrahlung, sondern soll auch für die Ökumene der christlichen Kirchen eine wichtige Rolle spielen. Das sagte Samuel Kobia, Noch-Generalsekretär des Weltkirchenrates, bei einem Besuch in China. Kobias Pendant auf chinesischer Ebene, Pastor Gao Feng, unterstrich bei einem Treffen, dass die Ausbildung von Geistlichen dringend sei. Einige Regionen in China mit mindestens 40.000 Christen hätten keinen einzigen Pastor. Verschiedene Kirchen hätten deshalb Aufrufe an Laien als Katecheten gestartet, auf die 150.000 Freiwillige geantwortet hätten. Freilich hätten diese Laien vorerst keinerlei theologische Ausbildung, so Pastor Feng. (rv)
Ein Bischof der so genannten Untergrundkirche ist offenbar der „Patriotischen Vereinigung der chinesischen katholischen Kirche“ beigetreten. Weihischof Francesco An Shuxin von Baoding in der Provinz Hebei hat zehn Jahre lang in Gefängnissen zugebracht und nun offenbar den Anwerbungsversuchen der regimetreuen Organisation nachgegeben. Die Gläubigen der romtreuen „Untergrundkirche“, die besonders in Hebei schwerer Verfolgung ausgesetzt ist, zeigten sich enttäuscht über den Übertritt des Weihbischofs. In der Provinz sind nach wie vor drei Bischöfe der „Untergrundkirche“ in Haft. Die „Patriotische Vereinigung“ strebt eine von Rom unabhängige Verwaltung der katholischen Kirche in China an; Papst Benedikt hatte dies in seinem Brief an die chinesischen Katholiken als unvereinbar mit der kirchlichen Lehre bezeichnet. (asianews)

Amerika

Bolivien
Die Nutznießer am Drogenhandel müssen aufgedeckt und damit das Wachsen des Drogenhandels eingedämmt werden. Das forderte der Erzbischof von Santa Cruz, Kardinal Julio Terrazas Sandoval, in einer Predigt in der Kathedrale der Stadt. Eine Mitteilung des US-Außenministeriums hatte Bolivien gemeinsam mit Burma und Venezuela bescheinigt, im Kampf gegen den Drogenhandel gescheitert zu sein. Die Drogen seien ein Übel, vor dem man leicht die Augen verschließen könne, so der Bischof weiter. Um es wirklich bekämpfen zu können, müsse man ihm an die Wurzeln gehen: dem Fehlen von Liebe, von Verständnis, von täglichem Brot und von Wahrheit. Diese seien der Grund dafür, dass immer wieder Menschen in den Abgrund der Drogen stürzten. (aci)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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