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Meldungen vom 4.12.2009

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Für die Redaktion von Radio Vatikan
Pater Bernd Hagenkord SJ

- Hl. Stuhl/Russland: Für bessere Diplomatie -
- Caritas begrüßt neue Bleiberechtsregelung -
- Deutsche FDP hält an Kirchensteuer fest -


Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Birgit Pottler
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan: Volle diplomatische Beziehungen mit Russland
Der Heilige Stuhl und die Russische Föderation wollen ihre diplomatischen Beziehungen aufwerten. Das teilten der Vatikan und der Kreml am Donnerstagabend mit. Zuvor hatte Papst Benedikt XVI. den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Audienz empfangen. Beide hatten laut Vatikanmitteilung die bereits bestehenden „herzlichen Beziehungen“ gewürdigt und sich auf den Ausbau der Kontakte zu vollen diplomatischen Beziehungen verständigt.

Der Heilige Stuhl und Russland unterhielten bislang - mit Rücksicht auf die russisch-orthodoxe Kirche - nur Arbeitskontakte unter der Leitung eines Botschafters in Rom und eines Nuntius in Moskau. Wie der Kreml am Donnerstag mitteilte, soll die Vertretung Russlands im Vatikan den Status einer Botschaft erhalten. Medwedew habe den entsprechenden Erlass unterzeichnet, meldete die Nachrichtenagentur „Ria Novosti“. Das russische Außenministerium wurde beauftragt, die erforderlichen Verhandlungen durchzuführen, hieß es. Der russische Staatspräsident hatte sich bereits im Juni für die Entsendung von Botschaftern ausgesprochen.

Medwedews erster Besuch bei Papst Benedikt habe „einem Meinungsaustausch“ über internationale wirtschaftliche und politische Fragen gedient, erklärte der Vatikan. Zudem habe man über die aktuellen Herausforderungen für Sicherheit und Frieden gesprochen. Thematisiert wurden laut Mitteilung des vatikanischen Presseamtes auch kulturelle und soziale Fragen von gemeinsamem Interesse, wie der Wert der Familie und der Beitrag der Gläubigen für das öffentliche Leben in Russland. Medwedew erhielt als Geschenk eine Ausgabe der Sozialenzyklika Benedikts in russischer Übersetzung. (rv)

Vatikan/Deutschland: Jubiläumskonzert zum Mauerfall in der Sixtina
Vor ziemlich genau zwanzig Jahren besuchte der damalige Generalsekretär der kommunistischen Partei den Vatikan. Am 1. Dezember 1989 trafen Michail Gorbatschow und Johannes Paul II. erstmals zusammen. Der Fall der Mauer machte dieses Treffen möglich, gleichzeitig hatten beide zu ihrem Zusammenbruch beigetragen.

An diesem Freitag erinnert ein Konzert in der sixtinischen Kapelle an die friedliche Revolution vor zwanzig Jahren. Papst Benedikt XVI. und der deutsche Bundespräsident Horst Köhler kommen dazu in die Sixtinische Kappelle. Der Ehrenabend ist Teil der offiziellen Feierlichkeiten „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre Mauerfall“. Die Augsburger Domsingknaben und das Residenz-Kammerorchester München bringen dabei das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zur Aufführung.
Zum Nachhören
Mehr in einem Beitrag von Jasmin Beizai

Schweiz/Vatikan: Minarett-Debatte stellt vor neue Fragen
Das Schweizer Nein zu einem Bau weiterer Minarette sorgt international weiterhin für Befremden und Kritik, vor allem auch in der islamischen Welt. Der Verantwortliche für den Interreligiösen Dialog im Vatikan, Kardinal Jean-Louis Tauran, kritisierte derweil das Abstimmungsergebnis. Die Frage nach den Minaretten sei vor allem eine Frage der Religionsfreiheit, sagte der Präsident des Päpstlichen Rats für Interreligiösen Dialog gegenüber Radio Vatikan. Gleichzeitig erinnerte Tauran an die Prinzipien Gegenseitigkeit und Integration:

„Wer in einem Land mit islamischer Bevölkerungsmehrheit eine Kirche baut, oder wer in einem mehrheitlich christlichen Land eine Moschee baut, muss darauf achten, dass das Gebäude sich harmonisch in den städtebaulichen und kulturellen Kontext der Gesellschaft einfügt. Darüber hinaus glaube ich aber, dass uns das Problem vor die Frage des Rechtsstatus des Islam in Europa stellt. Die Problematik geht also weit hinaus über das, was wir jetzt diskutieren.“ (rv)
Von weiteren Reaktionen erfahren Sie hier

Südafrika: Mit Fußball gegen Aids
In Kapstadt beginnt am Freitagabend der erste Akt zur Fußballweltmeisterschaft 2010 – mit der Auslosung der acht WM-Gruppen. Kirchenvertreter und Hilfswerke organisieren seit Monaten ein soziales Rahmenprogramm. In ihren Augen haben die Profis rund um die Fußballweltmeisterschaft eine besondere Verantwortung: Fußball – Sport überhaupt – eint Südafrika; noch zu Zeiten der Apartheid war er gar Argument für eine Öffnung der Politik. Auch gegen die Ausbreitung von HIV/Aids soll er helfen. Wolfgang Tyderle vom Hilfswerk „Care“:

Wir versuchen über junge Fußballer, die wir dafür gewinnen, die Kinder ganz besonders anzusprechen. Wir können sagen: Schau, das ist ein tolles Idol und der hat Dir etwas zu sagen. Das ist im Zweifelsfall viel tiefgehender, als wenn ein Sozialarbeiter oder ein anderer das den Kindern näher bringt.“

Die Aids-Rate in Südafrika gehört zu den höchsten weltweit: 13 Prozent der südafrikanischen Kinder zwischen zwei und 14 Jahren haben bereits mindestens ein Elternteil durch die Immunschwächekrankheit Aids verloren. Jede Familie hat Opfer, sagt Tyderle.

„Das heißt, die Kinder sind sensibilisiert, man muss sie aber dennoch konstant daran erinnern. Man muss sie aufklären, und man muss sie auch warnen.“
Zum Nachhören
Mehr über ein Fußballprojekt im Kampf gegen Aids

Indien: Pater Josef Neuner verstorben
Der Theologe und Jesuitenpater Joseph Neuner ist am Mittwoch im Alter von 100 Jahren in Pune verstorben. Das hat die Jesuitenprovinz der westindischen Metropole an diesem Freitag bekannt gegeben. Neuner war unter anderem als Seelsorger von Mutter Theresa bekannt geworden und gilt als Schlüsselgestalt des Zweiten Vatikanums. „Brückenbauer“ – mit diesem Titel wurde Pater Neuner Zeit seines Lebens ausgezeichnet.
Hören Sie hier einen Nachruf von P. Bernd Hagenkord


UNSER AUDIO-ADVENTSKALENDER:

Mit Benedikt XVI. durch den Advent
Besinnlich durch den Advent: Jeden Tag in der Vorweihnachtszeit finden Sie in unserem Audio-Adventskalender einige meditative Worte von Papst Benedikt XVI.

„Gottes Kommen in diese Welt erleuchtet und verwandelt unsere Existenz. Seine Hand hält uns und geleitet uns auf den rechten Weg zum Leben und zur wahren Freiheit.“ (Benedikt XVI.; aus der Generalaudienz vom 14.12.2005)
Hier zum Nachhören


AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Deutschland: Neue Wege für Kinder im Senegal
Kinder finden neue Wege. So heißt das Leitwort der kommenden Aktion Dreikönigssingen 2010. Die rund 500.000 Sternsinger in Deutschland unterstützen mit den gesammelten Spenden jedes Jahr mehr als 2.000 Projekte in 110 Ländern. Beispielland der diesjährigen Aktion ist Senegal. Derzeit tourt bereits ein Taxibus aus der Hauptstadt Dakar durch Deutschland. Birgit Pottler stellt die Aktion vor. (rv)
Zum Nachhören

Deutschland: Nikolaus statt Weihnachtsmann
„Der Weihnachtsmann ist nicht der Nikolaus!“ Das ist das Motto der Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“, die jetzt startet - organisiert vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Hintergrund: Der heilige Bischof und Kinderfreund Nikolaus soll wieder in den Vordergrund gestellt werden, als Kontrast zur rein kommerziell-kitschigen Kunstfigur des „Weihnachtsmanns“. Die Aktion mit ihren witzigen Aufklebern und Postkarten wird immer populärer. Auch Prominente wie Peter Hahne, Nina Ruge oder Maite Kelly machen mit. Inzwischen gibt es sogar eigene echte Schoko-Nikoläuse, deren Verkauf Kinderhilfsprojekte unterstützt. Besonders beliebt: Bastelbögen, mit denen Kinder einen schnöden Schoko-Weihnachtsmann zum echten Nikolaus umgestalten können, mit Mitra, Umhang und Bischofsstab. Gottfried Bohl bastelt mit – zusammen mit Kindern, den Chefs von BDKJ und Bonifatiuswerk und mit Musical-Star Maite Kelly. (kna)
Zum Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der orthodoxe Erzbischof von Tirana, Anastasios, war an diesem Freitag beim Papst zu Besuch. Der 80-jährige gebürtige Grieche leitet die unabhängige („autokephale“) orthodoxe Kirche Albaniens; er ist stark ökumenisch engagiert. Benedikt dankte ihm für den Einsatz seiner Kirche beim theologischen Dialog zwischen Orthodoxen und Katholiken. „Wir würden gut daran tun, wenn wir die Glaubens-Elemente betonen, die unsere Kirchen gemeinsam haben“, meinte der Papst. Die Gemeinschaft zwischen den Kirchen sei „real, wenn auch noch nicht vollkommen“ – darauf lasse sich aufbauen. (rv)

Vatikan/Vietnam
Papst Benedikt hat an diesem Freitag Joseph Vo Duc Minh zum neuen Bischof der südvietnamesischen Diözese Nha Trang ernannt. Der 65-jährige wird Nachfolger des bereits 78-jährigen Paul Nguyen Van Hoa, dessen Rücktritt der Papst gleichzeitig annahm. Der neue Diözesenbischof war bereits seit vier Jahren Koadjutor der Diözese und unterstützte den Ordinarius in seiner Amtsführung. Von den rund 1,6 Millionen Bewohnern im Bereich der Diözese sind etwa zehn Prozent Katholiken. (rv)
Der Präsident der Volksrepublik Vietnam wird im Rahmen seiner Europareise voraussichtlich am 11. Dezember den Vatikan besuchen. Das meldet die Nachrichtenagentur „Afp“ unter Berufung auf regierungsnahe Quellen in Hanoi. Kirchenvertreter in Vietnam hatten wiederholt von einer unmittelbar bevorstehenden Begegnung zwischen Papst Benedikt XVI. und Präsident Nguyen Mihn Triet gesprochen. Im Januar 2007 hatte der Papst Vietnams Premierminister Nguyen Tan Dung empfangen. Die Audienz gab den Anstoß für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Heiligem Stuhl und Volksrepublik. Hanoi hatte den offiziellen Kontakt nach dem Vietnamkrieg und dem Sieg des kommunistischen Nordens über den Süden 1975 abgebrochen. (rv)

Europa

Deutschland
Der neue Kirchen- und Religionsbeauftragte der FDP-Bundestagsfraktion, Stefan Ruppert, hat sich für das bestehende Modell der Kirchensteuer ausgesprochen. Im Interview mit dem domradio in Köln wies er Forderungen – auch aus seiner eigenen Partei – die Kirchensteuer abzuschaffen, klar zurück. Wörtlich sagte Ruppert: „Ich bin ein Anhänger der Kirchensteuer, auch in der bestehenden Form und insofern wird es keine Initiativen in dieser Legislaturperiode geben, das zu ändern.“ Der Religionsbeauftragte bestätigte gleichzeitig ein neues Verhältnis der FDP zur Kirche. Es habe Zeiten gegeben, da haben die Liberalen für eine Abschaffung des Religionsunterrichts gestanden. Inzwischen aber hätten die Freien Demokraten erkannt, „dass ein Staat ohne Werteorientierung (…) und Glauben nicht gut existieren kann.“ (domradio)
Die Caritas begrüßt die Entscheidungen der Innenministerkonferenz zur Bleiberechtsregelung. Durch die Neuregelung erhielten die betroffenen Menschen eine neue Chance für einen gesicherten Aufenthalt, betonte Caritas-Generalsekretär Georg Cremer an diesem Freitag in Berlin. Zuvor hatten sich die Innenminister von Bund und Ländern bei ihrer Herbsttagung in Bremen darauf geeinigt, das Bleiberecht für geduldete Ausländer in Deutschland um zwei Jahre bis Ende 2011 zu verlängern. Positiv sei laut Caritas zudem, dass neben der Verlängerung auch diejenigen eine Aufenthaltserlaubnis bekommen, die eine Schul- oder Berufsausbildung machen oder sich ernsthaft um eine Beschäftigung bemühen. (pm)
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat das gemeinsame ökumenische und gesellschaftliche Engagement der beiden großen Kirchen gewürdigt. Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz seien „weiterhin gemeinsam auf dem Weg“, sagte der Erzbischof bei einem Empfang anlässlich des Wechsels im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland am Donnerstagabend in Berlin. Vertreter beider Kirchen sollten sich weiter gemeinsam in gesellschaftliche Belange einmischen. Dass sich der Einsatz lohne, zeige auch die aktuelle Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz des Sonntags. - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei dem Empfang, sie baue auf die Unterstützung der Kirchen. Um den europäischen Werten auch künftig Geltung zu verschaffen, bedürfe es einer „gemeinsamen Kraftanstrengung“. (pm/kna)

Italien
Wenn es „Bio-Ethik“ gibt, warum nicht auch „Info-Ethik“? Das fragt sich Kardinal Angelo Bagnasco von Genua. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz wünscht sich eine solche „Info-Ethik“, „damit die Medien wirklich die Menschenwürde respektieren lernen“. Gerade Italien brauche eine neue und „ernsthafte Sprache“ in den Medien, meinte Bagnasco vor katholischen Journalisten. (ansa)

Asien

Philippinen
Mit einer „Woche des Friedens“ haben Christen auf Mindanao auf das jüngste Massaker reagiert. Sie beteten für die fast sechzig Personen, die kürzlich Opfer eines Machtkampfs zwischen rivalisierenden Familien wurden. Außerdem hoffen sie auf neuen Schwung für die Friedensgespräche, die die Regierung in vier Tagen mit den islamischen „Milf“-Separatisten wiederaufnehmen will. (asianews)

Sri Lanka
Die Regierung erlaubt den Binnenflüchtlingen, die Auffanglager zu verlassen. Das sieht ein neues Gesetz zur Bewegungsfreiheit vor, das zum 1. Dezember in Kraft getreten ist. Damit könnten einige der schweren humanitären Probleme, die sich nach dem Ende des Tamilen-Krieges ergeben haben, gelöst werden. Allerdings ist das Gesetz nach Berichten der Agentur „Asianews“ bislang noch nicht völlig umgesetzt. In den Lagern herrsche „Verwirrung“, Informationen zur neuen Bewegungsfreiheit seien „spärlich und widersprüchlich“. (asianews)

Amerika

Venezuela
Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez hat eine von der katholischen Kirche und oppositionellen Gruppen unterstützte Initiative für ein neues Amnestie-Gesetz zurückgewiesen. Nach einem Bericht der Tageszeitung „El Nacional“ vom Freitag sagte Chavez während eines Treffens mit Studenten in der Hauptstadt Caracas: „Die Versöhnung, von der die Bourgeoisie und ein Kardinal sprechen, ist keine wirkliche Versöhnung.“ Die von der Regierung angeführte Revolution sei unversöhnlich. Der venezolanische Kardinal Jorge Urosa Savino hatte eine Amnestie für Häftlinge, die mutmaßlich wegen ihrer politischen Gesinnung im Gefängnis sitzen, angeregt. (kna)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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