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Meldungen vom 4.2.2010


Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Papst-Botschaft zur Fastenzeit: Den Trug der Selbstgenügsamkeit aufgeben
Das Thema Gerechtigkeit steht für den Papst im Mittelpunkt der bevorstehenden Fastenzeit. Der Text seiner Botschaft zur Fastenzeit wurde an diesem Donnerstag im Vatikan vorgestellt, und zwar vom Päpstlichen Hilfswerk „Cor Unum“ unter Leitung des deutschen Kardinals Paul Josef Cordes. Er sagte in der Pressekonferenz:

„Wie jedes Jahr fordert die Fastenbotschaft alle Menschen dazu auf, Gutes zu tun. Benedikt drängt darin auf eine bessere Verteilung von Essen, Wasser und Medizin. Nach dem schrecklichen Erdbeben in Haiti sehen wir die große Solidarität vieler Menschen - aber die Worte des Papstes sind vor allem eine Herausforderung für unseren Willen, sich Gott anzuvertrauen und an ihn zu glauben. Sie machen also das zum Thema, was in der allgemeinen Diskussion über Gerechtigkeit und Frieden leicht vergessen und verschwiegen wird. Einer solchen Selbst-Isolierung fernab von Gott – man könnte von einem ‚durch die Säkularisierung verursachten Autismus des Menschen‛ sprechen – stellt Papst Benedikt seinen entschiedenen Verweis auf Gott und dessen Angebot der Liebe entgegen.“(rv)
Hier zum Nachlesen und Nachhören

Papst-Botschaft zur Fastenzeit: Der Volltext
„Genauso, wie die Menschheit mehr Brot braucht, braucht sie Gott.“ Das schreibt Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zur Fastenzeit. In dem Text beschäftigt sich der Papst mit dem Thema Gerechtigkeit: Ungerechtigkeit habe „nicht nur einen äußeren Ursprung; sie gründet im Herzen des Menschen“, mahnt er. Benedikt rät zu einem „Exodus“, einer tiefgreifenden „Befreiung des Herzens“: Es gelte, „den Trug der Selbstgenügsamkeit aufzugeben“ und auf das Entgegenkommen Gottes zu hoffen. „Fest verwurzelt in dieser Hoffnung wird der Christ dazu angetrieben, eine gerechte Gesellschaft zu schaffen, in der alle das Notwendige erhalten, um menschenwürdig leben zu können“.
Wir dokumentieren hier den vollen Text der Fastenbotschaft des Papstes in der offiziellen deutschen Fassung

Pöttering: „Die Armut entschlossener bekämpfen!“
Der Europapolitiker und ehemalige Präsident des Europaparlaments Hans-Gerd Pöttering hat bei einem Besuch im Vatikan zu mehr Entschlossenheit im Kampf gegen die Armut aufgerufen. Bei der Vorstellung der Fastenbotschaft des Papstes im Vatikanischen Pressesaal meinte der frühere Präsident des EU-Parlaments wörtlich: „In unserem Verhältnis zu den anderen Völkern der Erde, vor allem zu den Ärmsten unter ihnen, steckt die Idee der Solidarität bestenfalls in den Kinderschuhen.“ Während Europa und die Welt schon heute unvorstellbare Summen für die Bekämpfung der Finanzkrise investiert hätten, lasse die Umsetzung der Nächstenliebe in anderen Bereichen, etwa beim Kampf gegen den Hunger in der Welt, „noch zu wünschen übrig“. Pöttering leitet seit Ende letzten Jahres die deutsche Konrad-Adenauer-Stiftung. Pöttering wurde von Kardinal Cordes eingeladen, die Fastenbotschaft des Papstes an diesem Donnerstag vor den Journalisten mit politischen Überlegungen anzureichern. Pöttering sagte im Gespräch mit uns, was ihm an den Überlegungen Benedikts zur Gerechtigkeit besonders gefallen hat:

„Der Mensch hat eine Verantwortung für sich selber, aber auch für die Gemeinschaft. Diese Gemeinschaftsbezogenheit endet ja nicht mit dem eigenen Volk oder der Europäischen Union, sondern diese Gemeinschaftsorientierung betrifft im Grunde genommen die gesamte Weltgemeinschaft - und dazu gehört natürlich insbesondere der Islam.“ (rv)
Wir dokumentieren hier den deutschen Text der Stellungnahme Pötterings
Hier lesen und hören Sie mehr

Vatikan: Es gab keine Intrige gegen Dino Boffo
Mit äußerstem Befremden reagiert Kurienkardinal Walter Kasper auf neueste italienische Presse-Spekulationen zum so genannten „Fall Boffo“: Die „These von einem Komplott“ sei „lächerlich“, und es seien vermutlich antiklerikale Kräfte, „die die Kirche angreifen, in dem sie Bandenkriege im Vatikan erfinden“. Das sagte Kasper, der den Päpstlichen Einheitsrat leitet, der Tageszeitung „La Stampa“. Der Direktor der katholischen Tageszeitung Italiens, Dino Boffo, war im letzten Herbst zurückgetreten, nachdem die Zeitung „Il Giornale“ eine heftige Kampagne gegen ihn begonnen hatte. Mittlerweile behaupten Medien, hinter dieser Kampagne habe letztlich niemand anderes als Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone gestanden. Kardinal Kasper nennt diese Theorien „böswillig zusammengebastelt“: „Wenn der Vatikan jemanden aus seinem Amt entfernen will, dann kann er das doch direkt tun“ – dazu brauche es kein Komplott. Darum würden diese Theorien im Innern des Vatikans „von niemandem ernst genommen“. Das „Giornale“ hatte Vorwürfe gegen Boffo nach dessen Rücktritt wieder zurückgenommen; Informationen über Boffo, die die Zeitung veröffentlicht hatte, stammten nicht wie behauptet aus den Akten eines Prozesses, sondern waren eigens „fabriziert“ worden.(rv)
Hier lesen sie die vollständige Einschätzung von Stefan Kempis

Italien: Flüchtlinge mit Medikamenten ruhiggestellt?
Die Lage in den italienischen Flüchtlingslagern ist besorgniserregend. Zu diesem Schluss kommt die italienische Sektion der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF), die einundzwanzig dieser Lager untersucht hat. In mehreren dieser Einrichtungen werden die Insassen offenbar medikamentös ruhig gestellt – und das routinemäßig. Alessandra Tramontano von „Medici senza frontiere“ sagte im Interview mit dem ARD-Hörfunkstudio Rom:

„Wir haben festgestellt, dass immer wieder Psychopharmaka eingesetzt werden… Nicht im Falle einer Krankheit oder eines Problems, sondern auch um eventuelle Problemfälle einfach zu nivellieren oder zu beruhigen. Das haben wir in vielen Fällen beobachten können!“

Offizielle Zahlen liegen der Hilfsorganisation nicht vor. Die medizinische Versorgung stelle sich jedoch insgesamt als lückenhaft und oberflächlich dar, so Tramontano. In einigen der übervollen Lagern seien zum Beispiel Fälle von Krätze aufgetreten, die man eigentlich einfach hätte behandeln können. Besonders schlimm ist die Situation im römischen Abschiebelager. Der Vizechef von „Ärzte ohne Grenzen“ in Italien, Rolando Magnano:

„In Rom wurden seit zwei Wochen keine Hygieneartikel wie Toilettenpapier oder Seife ausgeteilt. Das haben uns Einwanderer in Anwesenheit des Lagerdirektors berichtet - und der konnte nur zugeben, dass die Vorwürfe stimmen. Ich erinnere daran, dass die Menschen in solchen Lagern bis zu einem halben Jahr festgehalten werden: In der überwiegenden Mehrzahl haben die Insassen den ganzen Tag nichts zu tun, die einzige Abwechslung sind die Mahlzeiten.“ (ard/ansa/rv)
Hier hören und lesen Sie mehr


AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

„Va bene?!“: Nazis in Deutschland, Mafia in Italien
Nazis in Deutschland, Mafia in Italien? „Mit bequemen Erklärungen gibt sich wahrer Journalismus nicht zufrieden. Er versucht die Wirklichkeit mit Wissensgier und Unvoreingenommenheit aufzuklären. Auch das bedeutet Pressefreiheit.“ Daran hat der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Italien jetzt erinnert. Michael Steiner stellte zusammen mit Vertretern der Goethe-Institute in Italien sowie Journalisten und Künstlern das deutsch-italienische Journalismusprojekt „Va bene?!“ in Rom vor. (rv)
Hier zum Nachlesen und Nachhören

Warum „Die Unendliche Geschichte“ nur in Rom geschrieben werden konnte
Michael Ende steht für kindgerechte, kreative Literatur – und hat sich dabei von Rom inspirieren lassen. So dienten ihm etwa die barocken Statuen in Berninis Vier-Ströme-Brunnen auf der Piazza Navona oder die maniristischen Ausschmückungen an vielen römischen Palazzi als Vorlage für die Figuren seiner „Unendlichen Geschichte“. „Michael Ende in Italien“ - so lautet der Titel einer Ausstellung in der Casa die Goethe in der Via del Corso in Rom, die diesem Phänomen auf den Grund gehen möchte. Für die Dokumentation, die neben vielen Textinformationen auch persönliche Gegenstände des Autors bereithält, ist auch Wilfried Hiller nach Rom gereist: Der Komponist hat hier mit Ende über Jahre hinweg zusammengearbeitet. Dabei sind Werke wie die Kinderopern „Das Traumfresserchen“ oder „Tranquilla Trampeltreu“ entstanden. (rv)
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30 „Stolpersteine“ in Rom – gegen das Vergessen
22.000 Steine hat Gunter Demnig schon in ganz Europa verlegt. Allerdings nicht irgendwelche Steine, sondern „Stolpersteine“. Die goldfarbenen quadratischen Pflastersteine tragen jeweils den Namen eines Menschen, der im Holocaust von den Nazis zu einer Nummer degradiert und deportiert worden ist. Mahnmal und Erinnerungsmoment wollen die Steine sein, beschreibt der Künstler im Gespräch mit Radio Vatikan. (rv)
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Vatikan: Wie kommt man an den Papst heran?
Den Papst persönlich treffen - das wünscht sich manch einer auf der Welt. Um an einer Audienz teilzunehmen oder gar privat den Papst zu treffen, muss man einen gründlichen Check des so genannten Päpstlichen Haus bestehen. 22 Jahre lang war dort Monsignore Reinhard Heldt für die deutschsprachigen Gäste zuständig. Über seinen Schreibtisch lief alles, was mit einer Kontaktaufnahme zum Papst zu hat, sei es die Teilnahme an einem Papst-Gottesdienst oder an einer Audienz. Mario Galgano hat ihn gefragt, wie vielen Menschen er geholfen hat, den Papst zu treffen - und ob es Geheimtipps gibt, wie man an Benedetto ganz nah herankommt... (rv)
Hier zum Nachlesen und Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Sport kann einen wirkungsvollen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Völker und dem Aufbau einer neuen Zivilisation der Liebe leisten. Das schreibt Papst Benedikt in einer Grußbotschaft an Athleten, Organisatoren und freiwillige Helfern der Olympischen Winterspiele in Vancouver. Die Botschaft ging an den Erzbischof der kanadischen Stadt, Michael Miller. In dem Schreiben grüßt Benedikt auch ausdrücklich die Teilnehmer der Paralympischen Winterspiele. Besonders hebt er weiterhin die ökumenische Initiative „More than Gold“ hervor: Dieses Projekt hat sich vor allem die geistliche Begleitung von Athleten, Besuchern und freiwilligen Helfern zur Aufgabe gemacht. (rv)

Europa

Europäische Union
Der frühere italienische Senatspräsident und Philosoph Marcello Pera reitet eine scharfe Attacke auf die Haltung der Europäischen Union zum Christentum.
Noch immer würden Relativismus und Multikulturalismus praktiziert, auch wenn die Ergebnisse dieser Politik Konflikte und Fremdenfeindlichkeit seien, beklagte Pera an diesem Mittwoch gegenüber der Europäischen Volkspartei im Europaparlament. Den politischen und intellektuellen Eliten der EU warf er dabei einen Abfall vom Christentum vor. Dadurch könnten die großen Probleme Europas nicht gelöst werden. Alle EU-Staaten hätten bei Abtreibung, Sterbehilfe, Eugenik und Embryonenforschung Gesetze, die christlichen Traditionen widersprächen. Europaparlaments-Vizepräsident Pal Schmitt entgegnete Pera und rief dazu auf, konkrete Vorschläge für den im neuen EU-Vertrag vorgesehenen Dialog mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften zu machen. Bislang habe keine der Religionsgemeinschaften konkrete Vorschläge unterbreitet, wie der Dialog geführt werden solle. Pera ist Atheist, fühlt sich aber christlichen Werten verpflichtet und ist in Italien u.a. bekannt für seine Gespräche und Veröffentlichungen mit dem jetzigen Papst zu ethisch-politischen Fragen. (kipa)

Deutschland
Das Thema Missbrauch durch Geistliche ist in der Vergangenheit „offensichtlich vernachlässigt“ worden. Das schreibt der Berliner Erzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky, in einem Beitrag für die Berliner Boulevardzeitung „BZ“ an diesem Donnerstag. Die Haltung der Kirche zu sexuellem Missbrauch und mögliche Konsequenzen müssten schon bei der Ausbildung von Seelsorgern und Pädagogen klar benannt werden, so Sterzinsky weiter. Dennoch dürfe man nicht vergessen, so der Kardinal, dass „der große Teil der Geistlichen in verlässlicher und guter Weise“ seinen Dienst tue. (kna)

Schweiz
Flüchtlinge aus dem Kosovo sollen nicht unter Zwang in ihr Heimatland zurückgeführt werden. Dafür treten in diesen Tagen mit Nachdruck Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder die Schweizer Flüchtlingsorganisation ein. Die Lage von Roma, Ashkalis und Ägyptern sei im Kosovo immer noch von Diskriminierung und Bedrohung geprägt. Im Hintergrund steht das an diesem Mittwoch abgeschlossene Rückübernahmeabkommen. Nachdem die Schweiz schon seit dem letzten Jahr den Kosovo wieder als sicheres Land einstuft, sollen nun die Kriegsflüchtlinge - die zum Teil schon seit zehn Jahren in der Schweiz sind - wieder in den Kosovo zurückgeschickt werden. (apic)

Großbritannien
Die Fluggesellschaft „EasyJet“ hat dem Papst ein ungewöhnliches Angebot unterbreitet. Die Billig-Airline bietet Benedikt XVI. kostenlose Flüge für seine geplante Reise nach Großbritannien an. Mit der Aktion wolle man die erwarteten Kosten der Reise von umgerechnet 33 Millionen Franken senken helfen, heißt es in einer auf der Webseite des Unternehmens veröffentlichten Mitteilung. Das Angebot sei dem vatikanischen Presseamt übermittelt worden; EasyJet warte nun auf Antwort. In der Regel nutzt der Papst bei Auslandsreisen auf dem Hinflug eine Sondermaschine der italienischen Gesellschaft Alitalia. Den Rückweg legt er meist mit der nationalen Fluglinie des Gastlandes zurück. Am Beginn dieser Woche hatte der Papst bestätigt, nach Großbritannien reisen zu wollen. (kipa)
Nach der Kritik von Benedikt XVI. am geplanten Gleichstellungsgesetz in dieser Woche reißt die Polemik gegen den Papst in den britischen Medien nicht ab. Die Tageszeitung „The Telegraph“ nannte die Mahnung Benedikts eine „beispiellose Einmischung in die britische Politik“. Nach Angaben der Zeitung sei auch Premierminister Gordon Brown beunruhigt über die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Vatikan und Großbritannien. Britische atheistische Verbände sehen sich durch die Äußerungen Benedikts in ihrer Kritik am bevorstehenden Besuch des Papstes bestätigt. Eine gewisse Gesellschaft für nationalen Säkularismus führt vor allem die Belastungen für den britischen Haushalt durch den Papstbesuch an. Gegenüber englischen Bischöfen hatte der Papst an diesem Dienstag darauf hingewiesen, dass das geplante Gleichstellungsgesetz in seiner Wirkung zum Gegenteil des Erhofften zu führen drohe. Die Kirchen in Großbritannien sehen das Gesetz mit Skepsis, weil sie fürchten, dann auch z.B. bekennende Homosexuelle als Lehrer an kirchlichen Schulen akzeptieren zu müssen. Außerdem würde das Gesetz katholische Adoptionsvermittler dazu zwingen, auch die Adoptionswünsche von zwei Partnern gleichen Geschlechts entgegenzunehmen. (apic)

Kosovo
Der russische Staat will eine Finanzhilfe von umgerechnet zwei Millionen US-Doller bereitstellen, um vier serbisch-orthodoxe Klöster im Kosovo zu sanieren. Eine entsprechende Ankündigung hat jetzt der serbische Kulturminister Nebojsa Bradic gemacht. Unter den Gebäuden befindet sich nach seinen Angaben auch das Kloster in Gracanica aus dem 14. Jahrhundert. Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur Apic ist die Moskauer Geldspritze gleichzeitig ein Signal an Nationalisten im Kosovo. In den vergangenen Jahren sei es immer wieder zu Kirchenzerstörungen durch extremistische Albaner gekommen. (apic)

Afrika

Sudan
Nach einer Entscheidung des Den Haager Strafgerichtshofs könnte der Haftbefehl gegen den Präsidenten des Landes auf Völkermord ausgeweitet werden. Über die Völkermord-Vorwürfe gegen den Präsident Omar al-Bashir müsse allerdings noch einmal entschieden werden, teilte der Strafgerichtshofs am Mittwochnachmittag mit. Bei dem Beschluss, Genozid nicht in den Haftbefehl gegen Bashir aufzunehmen, seien zu anspruchsvolle Kriterien angelegt worden, hieß es weiter. Omar al-Bashir tritt in weniger als zehn Wochen im Sudan zu den Präsidentenwahlen an.
Vor allem im Süden des westafrikanischen Landes haben Spannungen in der letzten Zeit zugenommen. Die Zahl der hungernden Menschen im Land ist wegen anhaltender Dürre und bewaffneter Konflikte dramatisch gestiegen. Nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) sind dort aktuell 4,3 Millionen Hungernde zu verzeichnen. Ihre Zahl hat sich seit dem letzten Jahr mehr als verdreifacht. (rv/diverse)

Naher Osten

Irak
Zum dritten Mal in dieser Woche ist ein Anschlag auf schiitische Pilger verübt worden. In der Stadt Kerbala explodierte während des Arbain-Festes ein Sprengsatz im Anhänger eines Motorrads. Die Nachrichtenagentur reuters spricht unter Bezug auf Polizeiangaben von zwanzig Toten und etwa hundert Verletzten. Als Urheber der Anschläge gelten sunnitische Islamisten. Sie wollten offenbar ein Wiederaufflammen der Gewalt zwischen den Religionsgruppen provozieren, die 2006 bis 2007 zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Irak geführt hatte. (reuters)

Amerika

Haiti
Eine unabhängige Adoptions-Kommission für Kinder aus Haiti - das schlägt der Direktor der Caritas Haiti, Bischof Pierre Dumas, vor. Damit solle Menschenhändlern ihr kriminelles Handwerk erschwert werden, sagte Dumas am Mittwoch vor Journalisten. Es dürfe nicht sein, dass Adoptionen ohne die notwendigen Dokumente vollzogen würden. Ein zweifelsfreies Identifizieren aller Kinder sei eine Frage des Respekts und der Menschenwürde, so Dumas. Eine unabhängige Kommission aus Vertretern des Staates, der Kirche und der Zivilgesellschaft könne als Ansprechpartner für die Länder dienen, die Kinder aus Haiti aufnehmen wollten. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen haben rund 100.000 Kinder in Haiti wenigstens einen Elternteil durch das Beben verloren. (kipa)

Brasilien
Der Ende Dezember von Brasiliens Regierung veröffentlichte Menschenrechtsplan sorgt weiterhin für Aufregung. In einer öffentlichen Erklärung werfen jetzt 67 katholische Bischöfe der Regierung „autoritäre Methoden“ vor. Die Regierung unter Präsident Luiz Inacio Lula da Silva wolle mit Hilfe des Menschenrechtsplanes die geltende Gesetzeslage umgehen. Die Bischöfe kritisieren das Vorhaben, Abtreibungen generell straffrei zu stellen. Auch die mögliche Zulassung der Ehe zwischen Partnern gleichen Geschlechts, ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare und das Verbot religiöser Symbole in öffentlichen Gebäuden erregen den Widerspruch der Bischöfe. Ein Sprecher der Bischofskonferenz sagte, man sei zwar mit achtzig Prozent der Vorschläge im Menschenrechtsplan einverstanden. Allerdings sei Zusammenarbeit nicht gleichbedeutend mit uneingeschränkter Unterstützung. (kipa)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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