Regina Caeli zum Marienmonat Mai
Den Marienmonat Mai hat Papst Benedikt XVI. in den Mittelpunkt seiner Ansprache zum Gebet des Regina Caeli gestellt. Maria sei die erste und vollkommenste Jüngerin Jesu gewesen. Sie habe zuerst das Wort Ihres Sohnes gehört und ihn zugleich als Mutter und demütige und gehorsame Magd geliebt. Hier sein Gruß an die deutschen Pilger:
„Ein herzliches „Grüß Gott“ sage ich allen Gläubigen und Besuchern deutscher Sprache. Besonders grüße ich heute die Teilnehmer und Unterstützer des Etappen-Laufs NCL Charity Run von Berlin nach Rom zugunsten von Kindern, die an der unheilbaren Stoffwechselkrankheit NCL leiden. – In der Osterzeit lädt uns das Gebet Regina cæli ein, uns mit Maria über die Auferstehung ihres Sohnes zu freuen und sie um ihre Fürbitte anzurufen. „Bitt Gott für uns, Maria“: So dürfen wir gerade im Marienmonat Mai unsere Anliegen der Gottesmutter anvertrauen, und dies will ich in besonderer Weise tun, wenn ich diese Woche während meiner Apostolischen Reise nach Portugal als Pilger nach Fatima komme. Maria begleite uns und unsere Lieben mit ihrer mütterlichen Fürsprache.“
In Fatima will Benedikt des 10. Jahrestages der Seligsprechung der Seherkinder gedenken. Die Abreise ist für Dienstag geplant. Im brasilianischen Teil seiner Grußworte grüßte Benedikt die Teilnehmer des Eucharistischen Kongresses in der Hauptstadt Brasilia. (rv)
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EU: Aktion „Steuern gegen Armut“
Die Griechenland-Hilfe ist in Deutschland unter Dach und Fach. Der Nürnberger Jesuit und Soziologe P. Jörg Alt warnt nun die Politik davor, nach der Ablehnung einer Finanztransaktionssteuer im Zuge der Griechenland-Hilfe die Märkte weiter gewähren zu lassen. Ansonsten diskutiere Deutschland „bald über Finanzhilfen für Portugal und Spanien“, so der Jesuit in Nürnberg. Er ist einer der Mitinitiatoren der Kampagne „Steuer gegen Armut“. Der Vorschlag einer Steuer auf Transaktionen an den Börsen bleibe aktuell.
„Die derzeitige Situation ist eine, wo die Politik von den Märkten getrieben wird und keine, wo die Politik gestalterisch tätig ist. Von daher begrüße ich den Versuch der Opposition, in dieser Situation nicht nur Griechenland zu helfen, sondern gleichzeitig Festlegungen zu finden, wie die Märkte an Kosten beteiligt werden bzw. wie Spekulation ein Riegel vorgeschoben werden kann.“
Wer sind die Verlierer bzw. die Gewinner in der gegenwärtigen Situation?
„Verlierer sind die Griechen, die dem Druck der Märkte nicht standhalten konnten. Verlierer sind die europäischen Steuerzahler, die wieder mal die Rechnung begleichen müssen. Verlierer sind die europäischen Staaten, die sich noch höher verschulden mussten und gegen deren Verschuldung nun noch besser spekuliert werden kann. Siehe die Absicht von Moodys, Portugal noch weiter herunterzustufen. Gewinner sind all jene, die mit spekulativen Aktionen gegen den Euro Gewinne einstreichen und behalten konnten.“
Was würden Sie der Bundesregierung empfehlen?
„Die Politik muss den Primat über die Märkte haben und sozialschädliches Verhalten wie etwa der Handel mit bestimmten Produkten, z.B. Leerverkäufen oder kurzfristige Spekulation wie computergestütztes Day Trading verboten werden, welches der realen Wirtschaft nichts nützt sondern nur den Spekulanten. FTS verteuert kurzfristige Spekulation. Man muss nicht auf alle warten, man kann es auch EU- oder Euro-weit machen. Technische Voraussetzungen sind da. Es fehlt nur politischer Wille.“(rv)
Hier das Interview von Mario Galgano zum Nachhören
Italien: Dialogbereiter Islam?
Nicht nur Hardliner glauben nicht so recht an den interreligiösen Dialog mit dem Islam. Zu unterschiedlich seien dafür die Vorstellungen von Staat und Religion. Dass es aber Strömungen im Islam gibt, die genau diesen Dialog mit Juden und Christen wollen, das wurde jetzt in Rom bei einer Tagung der Päpstlichen Universität „Angelicum“ deutlich. Moa Siddiqui ist eine junge anglo-pakistianische Theologin und leitet in Glasgow das „Center of Study of Islam“. Sie sieht den gegenwärtigen Pluralismus als Herausforderung an, der sich bereits der Koran gestellt habe, so die Theologin bei einem Vortrag an der Dominikaner-Uni. Die zutiefst islamische Idee der „Kompassion“, des Mitleids, sei eine mögliche Basis des praktisch gelebten Dialogs. Einseitigkeiten müssten auf beiden Seiten überwunden werden.
„Ich bin in Pakistan geboren und in Großbritannien aufgewachsen, und ich kenne die Situation von religiösen Minderheiten in islamischen Staaten. In westlichen Ländern wird leider nur wahrgenommen, dass der Islam die Religionsausübung von Andersgläubigen behindert. Viele Moslems sehen das aber ganz anders, und diese einfache Botschaft muss immer wieder gesagt werden. Wie kann also auf beiden Seiten ein Geist der Großzügigkeit gewonnen werden?“
Auch die Idee der gemeinsamen Wurzel in Gott hebele die Vorstellung vom „Ungläubigen“ aus, so die Theologin, und damit die geistigen Voraussetzungen für Heilige Kriege und andere interreligiöse Konflikte. (rv)
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Pius XII.: „Retten statt Reden“
Die Katholische Kirche und das Dritte Reich: Das Thema ist heiß umstritten und bis heute von zahllosen Kontroversen und Debatten gekennzeichnet. Anpassung oder Widerstand, Kollaboration oder Distanz - das sind die Pole der Kontroversen. Besonders heftig ist der Streit um Papst Pius XII. und den Holocaust. Aldo Parmeggiani hat Dr. Karl-Joseph Hummel, Direktor der Kommission für Zeitgeschichte an der Forschungsstelle Bonn, gesprochen. Auf die Frage, ob es wahr ist, dass Papst Pius XII. geschwiegen hat, obwohl er hätte reden können, sagt er:
„Wir hatten in der Vergangenheit die Situation, dass Pius XII. reduziert worden ist auf die Frage: Der Papst und der Holocaust. Durch die Öffnung der vatikanischen Archive wissen wir, dass hier sehr viel mehr Perspektiven eine Rolle spielen. Hier kann man eine letztlich gültige Antwort erst geben, wenn wir die Akten zur Verfügung haben bis 1945 oder 1958. Aber man kann soviel bereits sagen, dass es wahrscheinlich ein vatikanisches Konzept gegeben hat mit der Bezeichnung 'retten statt reden'. Wenn man die vielfältigen Aktivitäten sieht, die über die Nuntiaturen unternommen worden sind, um Juden zu retten, dann hat dieses Konzept 'retten statt reden' eben zur Folge, dass es unterhalb der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit stattfindet und das wäre eine Erklärung für das öffentliche, diplomatische Schweigen des Papstes. Weil das die Voraussetzung für Rettung von Juden gewesen ist.“ (rv)
Hier können Sie die gesamte Sendung von Aldo Parmeggiani nachlesen und -hören
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Vatikan/UNO
Kaum Fortschritte im Kampf gegen die Kinderarbeit beklagt die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“. In einem Beitrag in der Sonntagsausgabe heißt es sarkastisch, offenbar seien Kinderarbeitsplätze auf der Welt derzeit die sichersten. Mit Berufung auf neueste Zahlen der UNO-Arbeitsorganisation Ilo in Genf (International Labour Organisation) weist das Blatt auf die problematische Situation von Kindern südlich der Sahara hin, wo ein Viertel der Kinder in der Landwirtschaft ausgebeutet werde. Weltweit müssten 215 Millionen Kinder arbeiten, davon 115 Mio. in gesundheitlich oder psychisch gefährlichen Bereichen. (or)
Vatikan/Portugal
Trotz der neuen Beeinträchtigungen im Flugverkehr durch den isländischen Vulkan soll der am Dienstag beginnende Papstbesuch in Portugal wie geplant erfolgen. Das bestätigte Vatikansprecher Federico Lombardi am Sonntag gegenüber Journalisten. Nach derzeitigem Stand der Dinge und nach Absprache mit den zuständigen Stellen werde es bei der Reise nach Lissabon, Fatima und Porto keine Veränderungen geben - falls nicht noch unvorgesehene Faktoren hinzukämen, so Lombardi. Die Aschewolke des Vulkans Eyjafjallajökull hat am Wochenende den Luftverkehr auf der iberischen Halbinsel stark beeinträchtigt. Zahlreiche Flüge von und nach Spanien und Portugal wurden gestrichen, Flughäfen blieben gesperrt. - Seine 15. Auslandsreise soll Papst Benedikt XVI. vom 11. bis 14. Mai nach Portugal führen. Im Mittelpunkt steht ein Besuch im Marienheiligtum Fatima. (kna)
Europa
Deutschland
In der Missbrauchs-Debatte mahnt der BDKJ einen offenen, gemeinsamen Dialog zu überfälligen Fragen in der Kirche an. In dem am Sonntag gefassten Beschluss „Glaubwürdige Kirche für junge Menschen“ fordern die katholischen Jugendverbände ein gemeinsames Vorgehen mit Bischöfen und Laien. Viel zu lange habe die Kirche die Lebenswirklichkeit junger Menschen nicht Ernst genug genommen, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. „Im Sinne der uns anvertrauten Menschen setzen wir uns dafür ein, tabulos und angstfrei Anfragen benennen zu können. Dazu zählen nach Meinung der katholischen Jugendverbände der Umgang mit Macht in Kirche, Fragen nach Sexualität und menschennaher Sexualmoral, Weiterentwicklung der Priesterausbildung und des Priesterbildes, Miteinander von Priestern und Laien, Nutzung und Förderung von demokratischen und synodalen Strukturen, Stärkung von Frauen in der Kirche und die Überprüfung der Zugangsvoraussetzung zu Weiheämtern“, so Tänzler in einer Pressemitteilung - Am Sonntagmittag ist in Altenberg die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zu Ende gegangen. In vier Tagen haben rund 100 Delegierte aus ganz Deutschland Beschlüsse für die katholischen Jugendverbände und -organisationen und die Interessenvertretung für die 660.000 Mitglieder gefasst. (pm)
Schweiz
Der emeritierte Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich zu Wort gemeldet. Er habe sich in ein Schweizer Krankenhaus zurückgezogen, meldet die Bild am Sonntag. Dort wolle er noch zwei Wochen bleiben, um sich untersuchen und wegen „Problemen mit den Schleimbeuteln am Knie“ operieren zu lassen, sagte Mixa. Am Freitag habe ihm der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, persönlich einen Brief des Papstes in der Schweiz überbracht. Dieser habe ihm in diesem Schreiben seine Entscheidung mitgeteilt. Mixa wörtlich: „Ich habe die Nachricht gefasst aufgenommen. Den Brief habe ich trotzdem als herzlich und freundlich empfunden.“ (bild.de)
Italien
Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat die Bedeutung des Heiligen Nikolaus für die Ökumene unterstrichen. Bei einem Besuch an seinem Grab in der süditalienischen Stadt Bari sagte Bertone am Sonntag, der Heilige habe die Stadt zu einem Referenzpunkt in Sachen Ökumene gemacht. Besonders der Dialog mit den russisch-orthodoxen Gläubigen, die zahlreich nach Bari pilgerten, sei sehr wichtig. Bertone dankte den Dominikanern, die die Basilika betreuen, in der das Grab verehrt wird, und ein Ökumenezentrum betreiben, für ihren Einsatz. – Der Heilige Nikolaus (4. Jh.) stammt aus Kleinasien. Er nahm u.a. am Konzil von Nizäa 325 teil. Seine Reliquien wurden 1087 geraubt und gelangten nach Bari. (rv)
Niederlande
Der von der katholischen Kirche in den Niederlanden eingesetzte Missbrauchs-Untersuchungsausschuss fordert eine umfassende Aufarbeitung des Themas. Der Leiter der Kommission, der protestantische Politiker Wim Deetman, regte eine wissenschaftliche Untersuchung aller Verdachtsfälle bis in die unmittelbare Nachkriegszeit an. Die erforderlichen Arbeiten dazu könnten seiner Einschätzung nach in spätestens anderthalb Jahren abgeschlossen sein. Die Bischofskonferenz und die Ordensoberen wollen sich am kommenden Dienstag mit den Vorschlägen befassen. (kipa)
Naher Osten
Syrien
Mit einer Reise nach Syrien und Libanon vertieft die Arbeitsgruppe „Islam“ der Schweizer Bischofskonferenz den Dialog mit dem Islam. Zugleich wollen die Bischöfe ein Zeichen der Solidarität mit den Christen im Orient setzen. Unter der Leitung des Bischofs von Lugano, Pier Giacomo Grampa, führt die sechsköpfige Delegation vom 8. bis 15. Mai Gespräche mit führenden Persönlichkeiten der Muslime und der Christen. - Die Arbeitsgruppe "Islam“ besteht seit Anfang 2001. Sie engagiert sich im christlich-muslimischen Dialog und publiziert regelmäßig kurzgefasste Ratgeber für in der Pfarrei-Seelsorge tätige Personen. (kipa)
Asien
Thailand
Die katholische Kirche und Vertreter anderer Religionsgemeinschaften in Thailand haben den Fünf-Punkte-Plan von Premierminister Abhisit Vejjajiva zur Wiederherstellung des inneren Friedens begrüßt. Die Bischöfe stimmten dieser „Roadmap“ inhaltlich zu und sähen in ihr einen wichtigen Schritt, die innenpolitische Krise zu überwinden, erklärte der Sozialbischof der Thailändischen Bischofskonferenz, Philip Banchong Chaiyara. Regierungschef Vejjajiva verspricht unter anderem soziale und innenpolitische Reformen sowie für den Herbst die Auflösung des Parlaments und vorgezogene Neuwahlen. – In dem südostasiatischen Königreich demonstrieren seit rund zwei Monaten Tausende Menschen für Reformen und die Wiedereinsetzung des Ende 2006 gestürzten Premiers Thaksin Shinawatra. Im Verlauf der von den „Rothemden“, den Anhängern Shinawatras, angeführten Proteste gegen die seither amtierende Regierung wurden rund 30 Menschen getötet und mehr als 900 Personen verletzt. (kipa)